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Leipziger Buchmesse 2017 Nachlese

Als Erstes und Wichtigstes: versuche nicht, am Samstag durch alle Hallen zu wandern (die Lektion habe ich auf mehreren Buchmessen in Leipzig gelernt, die ich besucht habe). Samstag kommen alle mit Kind und Kegel, Oma und Hund. Die Gänge sind komplett verstopft. Wenn irgend möglich sind Freitag oder Donnerstag die besseren Tage.

Die Leipziger Buchmesse ist immer wieder etwas Besonderes. Dadurch, dass auch die Maga-Comic-Con (mit ihren Cosplayern) und die Antiquariatsmesse stattfinden, ist es immer recht voll. Dennoch ist es die beste Möglichkeit, LeserInnen zu treffen. Darum kommen viele Qindies (Quality Indies) und ich jedes Jahr wieder, solange s uns gelingt, die Standgebühren aufzubringen. Dieses Jahr waren wir erfolgreicher als die Jahre zuvor, und ich hoffe, dass es nächstes Jahr noch besser wird.

Übrigens ist „Leipzig liest“, das Lesungsprogramm der Messe, ein großartiger Weg, neue AutorInnen zu entdecken. Die meisten leseorte sind wunderbar auf Zusammenarbeit eingestellt. Für uns dekorierte sein Autohändler seinen gesamten Verkaufsraum mit Gräbern, einem Skelett und Möbeln, die die unheimliche Athmosphäre betonten, um unsere Dark-Fantasy Lesung zu einem Event zu machen, die seine Kunden (und wir) so schnell nicht vergessen werden.

Wenn du also mal eine größere Buchmesse besuchen willst, ist Leipzig absolut lohnenswert. natürlich ist Frankfurt größer, aber auch weniger persönlich. In den nächsten Tagen werde ich einige Impressionen von der Messe posten.

Und noch eines zum Abschluss, falls du als Aussteller zu einer Buchmesse fährst: stelle sicher, dass das Promo-Material genau das tut, was es soll. Mir ist ein Fehler unterlaufen, der mir mehr als peinlich ist. Ich stehe da wie der größte Idiot aller Zeiten (was ich tatsächlich von Zeit zu Zeit bin 😀 )

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Riesenfehler, mea culpa!!!

Auf der Messe in Leipzig habe ich Promo-Kärtchen verteilt, mit denen meine neueste Veröffentlichung (Feuerküsse) kostenlos als eBook heruntergeladen werden kann. Dabei habe ich offensichtlich übersehen, dass die Links noch gar nicht freigeschaltet gewesen sind.
Ich fühle mich wie der weltgrößte Idiot!
Es tut mir furchtbar leid, falls du davon betroffen bist. Bitte komm ruhig jetzt noch vorbei. Die Links funktionieren jetzt, und ich habe das Enddatum um einen Monat verlängert. Die Möglichkeit die Geschichte über die von mir verteilten Karten zu erhalten verlängert sich also bis Ende Mai.
Verzeihung, Entschuldigung, mea culpa, es tut mir schrecklich Leid. Die einzige Ausrede, die ich dafür habe, ist mein ach so süßer Enk(g)el, der mich täglich von allem abhält, was ich eigentlich machen müsste. Ich hoffe ihr könnt mir verzeihen.

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Storytime Bloghop — New Stork Inc.

Vermisst du die Arbeit nicht?“, fragte ich Melinda.

Ich lebe hier gerne alleine mit dir.“ Meine Tochter legte einen weiteren geflickten Socken beiseite. „Und vergiss nicht, dass uns die Inquisition hier niemals finden wird.“

Ich lächelte sie an, um ihr zu zeigen, wie sehr sich sie liebte, doch insgeheim sehnte ich mich nach etwas mehr, als nur zu überleben. Mit einem Seufzer spann ich weiter.Der regelmäßige Rhythmus und Melindas Atemgeräusche entspannten mich, so dass die innere Unruhe nachließ. Die Ruhe unserer Abendroutine wurde erst unsanft unterbrochen, als etwas Schweres gegen das Fenster unserer kleinen Hütte donnerte. Da es draußen dunkel war, konnten wir nicht erkennen, was es war. Meine Finger hörten automatisch mit dem Spinnen auf und wir hielten beide die Luft an, fürchteten dasselbe. Aber kein Schrei war zu hören, keine Forke oder Fackel zu sehen. Etwas erleichtert, aber immer noch misstrauisch rief ich: „Wer ist da?“

Schon-nnr üfung.“ Die Stimme klang, als würde jemand etwas im Mund halten und versuchen, darum herum zu sprechen. Melinda sah mich an, und ich sah Melinda an.

Ich kenne jemanden, der so spricht“, flüsterte ich. „Aber die Stimme ist anders.“

Wer auch immer vor unserem Haus stand klopfte erneut gegen die dünne Scheibe, die den Wind von uns fern hielt. Wenn sie zerbrach würde der Winter seine eisigen Finger in unser Haus schicken, also stand ich auf, um zu öffnen. Vorher hielt ich aber am Herd und nahm das größte Messer, dass wir besaßen. Ich ließ es in dem Moment fallen, als die Tür aufschwang und den Blick auf einen etwa menschengroßen Drachen mit roten Schuppen freigab, dem ein Stoffbündel aus dem Maul hing. Als er Melinda hinter mir stehen sah, nahm er das Bündel in die Pranken und bewegte die Kiefer von einer Seite zur anderen, um die Muskeln zu lockern.

Ich verstehe nicht, warum der Boss darauf besteht, dass wir sie ihm Maul transportieren sollen“, sagte er und reichte ihr das Bündel. „Sonderlieferung für dich. Die Neu Storch GmBH sendet ihre Glückwünsche. Ein Willkommensbonus ist der Lieferung beigefügt.“

Mit zitternden Fingern öffnete Melinda das Bündel.

Es ist ein Junge“, sagte der Drache unnötigerweise. „Und Windeln sind auch dabei.“

Melindas Gesicht spiegelte den Schock, der mich hatte erstarren lassen. Ich musste mich mehrfach räuspern, bis ich endlich die Sprache wiederfand.

Warum schickt uns Storch ein Baby? Wir haben keines bestellt.“

Neue Regeln.“ Der Drache lächelte und zeigte dabei mehr Zähne als ich im Augenblick vertragen konnte. Ich schluckte, und er lächelte noch breiter. „Wir haben noch ein paar Restposten, die auf die alte Art transportiert werden müssen. Deine Tochter war eine jener Empfängerinnen, die Storch persönlich ausgewählt hat.“

Restposten? Komm herein und erläutere das.“ Ich trat beiseite. Solange ich mich erinnern konnte war ich eine von Storchs Helferinnen gewesen, hatte das Handwerk der Hebamme von meiner Mutter gelernt und an meine Tochter weitergegeben. Dennoch, seit die Inquisition begonnen hatte, Hebammen als Hexen zu verbrennen, waren wir untergetaucht. Bis jetzt mit Erfolg.

Der Drache rollte sich auf dem Flickenteppich in der Nähe des Herds zusammen und genoss die Wärme des Feuers. Er ließ ein paar glückliche Rauchkringel aufsteigen, bevor er sprach.

Storch hat viele seiner Mitarbeiter verloren, als die Inquisition beschloss, dass Auslieferungen durch Störche nicht existierten und dass jeder, der daran glaubte, abergläubisch und somit zu bestrafen sei. Danach fingen Leute an, auf Störche zu schießen. Vermutlich weil sie hungrig waren.“ Er starrte eine Weile in die Flammen, so dass ich das Spinnen wieder aufnahm. Er seufzte zufrieden. „Wie ich schon sagte hat Storch auf diese Art viele Mitarbeiter verloren, also entschloss er sich, den direkten Weg zu wählen, der nicht auf Storchtransporte angewiesen war. Ich hab ihm gehofen, das System zu installieren. Dafür war eine Menge Magie nötig, glaubt mir.“

Direkt?“ Meine Gedanken rasten. „Storchfreie Auslieferung?“

Na ja, die Samen werden bereits geerntet, wenn sie noch im Einzellstadium sind, und ein magischer Schlauch schickt sie auf direktem Weg in den Bauch der Mutter. Es ist ein Wunder. Wirklich.“ Er polierte seine Krallen und sah selbstzufrieden aus. „Und ich spielte eine große Rolle beim Entwickeln dieses Projekts, wenn ich mal so sagen darf.“

Wie konnte Storch Babies direkt zu den Müttern bringen? Noch dazu in ihre Bäuche, wenn ich das recht verstanden hatte. Meine Augen weiteten sich, als ich begriff, was das bedeutete.

Wenn er das Paket in die Mutter hinein schickt, muss es irgendwann ja auch wieder heraus, oder?“

Jup. Und genau darum lädt er dich zu einer Weiterbildung zum Thema ‚Geburt‘ ein. Das ist kurz für ‚Ganzheitlich Erleuchteter Binärer Uterus Radikal Transport‘, dem Namen der neuen Technik. Die Teilnehmerinnen des Kurses müssen das Wissen dann verbreiten.“

Mit einem Mal sah ich mein restliches Leben vor mir – stets unterwegs, um Frauen mit der ‚Geburt‘ zu helfen und Storchs neue Verteilungsmethode im Land zu verbreiten, so gut ich konnte, während ich stets auf der Hut vor der Inquisition sein musste. Ab und an würde ich Melinda besuchen, die hier bleiben musste, um sich um ihren Sohn zu kümmern. Schlagartig war das Leben wieder aufregend.

Hier sind die Links zu den anderen Geschichten dieses Bloghops (wie immer nur auf Englisch):
Pocket Heart by Juneta Key
Oh Baby! by J. Q. Rose
Reflected by Elizabeth McCleary
Veronica by Jessica Kruppa
Last Stop by Erica Damon
Jesse and Tyler by Bill Bush
The Poisoner of Time by Karen Lynn

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Ausnahmezustand

Unsere kleine Sirene. 😀

Niklas ist mein erstes Enkelkind, und meine Tochter wusste nicht einmal, dass sie schwanger war (oder wollte es nicht wissen). Dienstag früh gingen wir zur Ärztin, um herauszufinden, warum sie so extrem zugenommen hatte, und 6 1/2 Stunden später war meine Tochter schlank wie eine junge Birke und unser Enkel Niklas begrüßte uns mit seinem Geschrei.

Wir sind unbeschreiblich glücklich, rotieren wie wild, um alles zu beschaffen, was wir im Moment brauchen, und gewöhnen uns langsam an den Gedanken, nun Großeltern zu sein. Natürlich wird es dadurch nicht leichter, mein Ziel von 52 Kurzgeschichten inkl. Übersetzung zu erreichen, aber aufgeben werde ich nicht so leicht. Wir werden sehen. Jedenfalls genieße ich es jetzt erst einmal, dass wieder ein Baby im Hause ist.

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Ein Selbstversuch in Kurz(geschichten)

Ich wünsche allen ein wunderbares Jahr.

Meines wird sehr voll werden, und das ist der Grund: Ich plane, dieses Jahr 52 Kurzgeschichten zu schreiben. Ja, das klingt verrückt, aber nach dem Schreck mit dem Brustkrebs meines Vaters brauche ich eine Herausforderung, die Spaß machen wird (und ich liebe Kurzgeschichten). Mir ist schon klar, dass ich es wahrscheinlich nicht hinbekommen werde, jede Woche eine Kurzgeschichte zu schreiben, ins Deutsche zu übersetzen und sie auf meinem Blog zu posten, aber ich schwöre, dass ich es wenigstens versuchen werde. Mein Ziel ist es, genügend für 4 ofer 5 Anthologien zusammen zu bekomme. Solltest du eine coole Idee haben, die ich als prompt verwenden könnte, kannst du sie mir gerne über das Kontaktformular auf dieser Seite zuschicken. Ist es ein guter Vorschlag, greife ich vielleicht zu.

Um euch einen Eindruck vom Umfang dieser Herausforderung zu geben, sehen wir uns mal ein paar zahlen an (seltsamerweise liebe ich Zahlen beinahe genauso sehr wie Worte). Ein umfangreicher Krimi hat zwischen 50 und 75 Tsd. Worte, ein epischer Fantasyroman etwa 100 bis 250 Tausend. Gehe ich von einer durchschnittlichen Länge meiner Geschichten von ca. 3000 Worten aus, muss ich 156 Tsd. Worte schreiben, plus die Übersetzung, plus die etwa 100 Tsd. Worte, die ich noch für meine derzeitige Novelle, das Ende von Schottlands Wächter Teil 2 und eine weitere Märchenadaption brauche. Das macht insgesamt 412 Tsd. Worte in 2017 (und man sollte die Veröffentlichungen nicht vergessen, die noch anstehen).

Jetzt lasst uns mal auf die Zahlen vom letzten Jahr gucken: Ich habe es geschafft, insgesamt 304574 Worte zu schreiben und übersetzen. Hätte ich jeden Tag des Jahres geschrieben (auch an Wochenenden und in den Ferien) Wären das magere 835 Worte pro Tag. Da ich mir aber die Wochenenden und Schulferien frei halte, lag ich vermutlich eher beim Doppelten pro Tag. Um mein Ziel in 2017 zu erreichen, muss ich täglich 2200 Worte schaffen. Das nenne ich eine echte Herausforderung, und ich werde nicht verzweifeln, sollte es mir nicht gelingen. Aber mein Ehrgeiz ist es doch, dieses Ziel zu knacken.

Wünscht mir Glück (und genug Zeit zum Schreiben)! Ich werde am 26. Januar die erste Geschichte posten, wenn es Zeit für den üblichen Story Time Bloghop ist.

P.S.: Wenn du mehr als nur den Anfang der Geschichten (die ersten 100-250 Worte) lesen willst, must du schnell sein (die vollständige Geschichte wird nur wenige Tage nach dem Einstellen wieder verschwinden) oder auf 2018 warten, wenn ich sie alle in Bündeln mit 5-6 Geschichten veröffentlichen werde.

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englische Jugendbuch eBooks kostenlos

22 EPIC YA Reads for FREE- November 16-22

Do you love supporting awesome authors and grabbing FREE books at the same time? Well here’s your chance. Get 22 YA novels totally FREE. Check out the teasers and descriptions on this page, choose the ones that look good to you, or grab them all! You’ll be taken to Instafreebie, who will give you the book via email (don’t worry — it’s quick, easy, and painless). The author may follow up with you and check in on you now and again because we all love chatting with our readers.

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Storytime Bloghop Oktober 2016

Ein Vierteljahr geht so schnell vorbei, dass ich kaum merke wie viel Zeit vergeht. Und dabei rase ich bereits auf die 50 zu. Zum Glück fühle ich mich viel, viel jünger (was wohl auch daran liegt, dass ich seit über 30 Jahren glücklich in denselben Mann verliebt bin). Hier sind wir also mal wieder. Bald ist Halloween und dann Weihnachten, zuvor aber der übliche Bloghop.
bloghop
Meine mittlere Tochter ist ein großer Fan von Australien (hat sie wahrscheinlich von ihrer Mutter (mir) geerbt). Ihre Lieblingsband ist 5SoS, sie interessiert sich für die Geschichte der Aboriginees (hat sogar ein frewilliges Referat in der Schule gehalten) und für die einmalige Tierwelt. Ich bin mir sicher, sie würde zu gerne nach Australien reisen, um alles mit eigenen Augen zu sehen. Selbstverständlich habe ich mir etwas einfallen lassen, wie sie diesen Traum wahr machen kann. Viel Spaß bei der Geschichte (wie immer gibt es unterhalb Links zu weiteren Geschichten, die dann aber wie immer auf Englisch sind).

Australische Träume

Glauben Sie an Magie? Besuchen sie Australien für ein Zehntel des üblichen Preises. Informationsveranstaltung St. Pauls, Kirkstreet, Montag 17:00 Uhr

australia-62823_640Die Musik einer australischen Band füllte mein kleines Wohnzimmer, als ich auf die Anzeige starrte und versuchte, die aufkeimende Hoffnung zu unterdrücken. So ein Angebot konnte nicht wahr sein. Australien war mein Traumland. Ich hatte alle Bücher gelesen, alle Filme gesehen, und schleppte ein Erste-Hilfe-Täschchen mit mir herum, in dem alles enthalten war, was man zur Behandlung von Schlangenbissen brauchte, einschließlich der Gegenmittel für die wichtigsten Gifte. Nicht, dass ich das je brauchen würde. Ich hatte zwar jeden Pfennig gespart, solange ich mich erinnern konnte, aber es reichte nicht – nicht einmal für eine Hinfahrkarte. Grob geschätzt wäre ich fünfzig, bevor ich genug Geld für eine dreimonatige Reise hätte. Also, was hatte ich zu verlieren?

***

Ich betrat St. Pauls etwas zu spät und war trotzdem die einzige Besucherin. Das hohle Gefühl in meinen Eingeweiden breitete sich aus. Ich hatte ja gewusst, dass das Angebot der Anzeige zu gut war, um wahr zu sein. Ich wollte fliehen, aber der Ausgang wurde von einem Aborigine in einem Lendenschurz blockiert.

Willkommen. Ich bin sehr glücklich, dass Sie hier sind.“ Sein faltiges Gesicht verzog sich zu dem freundlichsten Lächeln, das ich je gesehen hatte. Er nahm meine Hände und zog mich zu einer Matratze, die in dem freien Raum zwischen dem Altar und den Bänken lag. „Bitte, setzen Sie sich zu mir. Sie können in weniger als fünf Minuten in Australien sein.“

Meine Hände wurden feucht. War dies echt, oder war ich doch einem Betrüger aufgesessen? Eins war sicher, er spürte meine Sehnsucht. Na, ich würde mich jedenfalls nicht um meine schwer verdienten Ersparnisse bringen lassen.

Ich habe kein Geld.“ Das war nur eine kleine Lüge.

Machen Sie sich doch keine Sorgen um etwas so Unwichtiges.“ Der Aborigine setzte sich mit gekreuzten Beinen auf die linke Seite der Matte und zeigte auf den freien Platz. „Bitte lassen Sie mich erklären. Es hängt alles mit dem Träumen zusammen.“

Träume?“ Ich hatte von ihrer Religion gelesen. Sie bestand aus Tausenden von Geschichten über die Entstehung der Welt und die Ahnen der Aborigines. Aber was hatte das mit meinem Besuch in Australien zu tun? Das war alles zu verwirrend. Trotzdem setzte ich mich hin. Vielleicht konnte ich etwas Neues lernen.

Ob Sie es glauben oder nicht, ich komme aus einer Zeit, bevor der weiße Mann nach Australien kam. Meine Ahnen brachten mich heute her und versprachen mir, jemanden zu mir zu leiten, der mir helfen kann. Und das haben sie getan.“ Er lächelte erneut, und ich entspannte mich, ohne zu verstehen warum. „In meiner Zeit ging mein Sohn auf einen Walkabout, um sich auf die Übernahme der Häuptlingswürde vorzubereiten. Am Tag seiner Rückkehr fand ich ihn halb bei Bewusstsein in der Nähe unseres Dorfes. Er war von einer Todesotter gebissen worden, was merkwürdig war, denn sie beißen eigentlich nicht gern. Ich rief die Ahnen an. Sie brachten mich her und schickten Sie zu mir. Werden Sie mich begleiten und meinen Sohn retten?“ Er sah mich mit großen, hoffnungsvollen Augen an. Wie konnte ich so einer Bitte widerstehen? Bestenfalls würde ich ein wenig von Australien sehen. Im schlechtesten Fall verschwendete ich etwas Zeit, um einem alten Irren zu gefallen. Also nickte ich.

Er nahm meine Hände, und das andauernde Summen eines Didgeridoos füllte meinen Kopf. Alles Licht verschwand. Das Dröhnen erinnerte mich an einen geschäftigen Bienenkorb, aber es enthielt außerdem eine Melodie, die mich mit sich riß. Als Worte das Lied begleiteten, kehrte das Licht zurück und ich fand mich unter einem Himmel mit einem Vollmond und dem Kreuz des Südens wieder, das ich bisher nur aus dem Fernsehen kannte. Wilde, aromatische Düfte füllten meine Nase, und das Sirren der Insekten fiel in das Lied ein.

Der alte Mann saß unter einem Eukalyptusbaum uns spielte auf einem Didgeridoo. Neben ihm wälzte sich ein Mann hin und her, vielleicht in den frühen Dreißigern. Er atmete schwer und schwitzte stark. Zum Glück reichte das Mondlicht, um den Biss an seinem Knöchel zu erkennen. Ich zog mein Erste-Hilfe-Täschchen hervor und benutzte die Pumpe, um so viel Gift wie möglich aus dem Körper zu saugen. Der Mann stöhnte. Als ich mir sicher war, das Bestmögliche getan zu haben, lud ich eine Spritze mit dem Gegenmittel und injizierte es ihm. Hoffentlich reichte das, um das Gift zu besiegen. Todesottern setzten bei einem Biss sehr viel Gift frei. Meine Segenswünsche mischten sich mit dem Lied des alten Mannes, während wir warteten.

Als der Morgen dämmerte wurde die Atmung des Verletzten endlich ruhiger. Er schwitzte nicht mehr und fiel in einen heilenden Schlaf.

Der alte Mann hörte auf zu spielen. Die Melodie endete, und ich wurde in die Dunkelheit gerissen. Alles, was ich noch hörte, waren seine Abschiedsworte.

Danke. Wir schulden Ihnen einen langen Besuch.“

***

Als mich eine Hand an der Schulter berührte, öffnete ich meine Augen. Ich lag auf der Matratze in St. Pauls, und eine junge Aborigine Frau beugte sich mit einem Lächeln über mich.

Also sind sie doch hier. Ich hatte nicht erwartet, dass die Geschichten meines Ururgroßvaters wahr sind“, sagte sie und half mir beim Aufstehen. Dann kreuzte sie die Arme vor der Brust und verneigte sich. „Ich fühle mich geehrt, Ihre Bekanntschaft zu machen und bin gekommen, um Sie für einen mehrmonatigen Besuch zu uns nach Australien zu holen, so wie es mein Ururgroßvater verlangte.“ Als sie sich wieder aufrichtete, erhellte ein Lächeln ihr Gesicht, das dem ihres Vorfahren sehr ähnelte. „Und da dachten wir alle, Sie wären seinen Träumen entstiegen.“

Ja, ein Traum war es – mein Traum, der wahr wurde.

 

Links zu weiteren Geschichten (auf Englisch):
Karen Lynn The Waves at Midnight
Sherri Conway Ants
Elizabeth McCleary Over James Henry Wilcox Dead Body
Canis Lupus The Picture
Peg Fisher All In the Fall, a Fractured Fairytale
Bill Bush Trapped
Crystal Collier Emily’s Ghost
Viola Fury 911
Benjamin Thomas Autumn Cascade
C. Lee McKenzie Beautiful
Erica Damon Penance‘
J. Q. Rose Sorry
Elise VanCise Lady In The Woods
Barbara Lund Spooky Space
Angela Wooldridge Quiet Neighbours

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knapp vorbei und doch stolz wie Oscar…

Ich habe eines meiner Märchen (eine Adaption von Aschenputtel) beim Writer’s of The Future Award eingereicht, einem renommierten Wettbewerb in den USA, wo vierteljährlich viele Hunderte von aufstrebenden Autoren ihre Werke einreichen. Selbstverständlich habe ich gehofft, dass etwas dabei herauskommt, aber damit gerechnet habe ich nicht; schließlich ist Englisch nicht meine Muttersprache. Und nun das hier (selbsterklärend):
Urkunde Writers of the Future
Ich platze fast vor Stolz und musste es euch sofort mitteilen. Los, freut euch mit mir. Hier habt ihr Sekt (nein, ich nehme Wasser, danke) und Schokolade. 😀

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Frühjahrsputz (verspätet) & Messen

Seit dem Frühjahr hatte ich vor, endlich einmal die ganzen Bücher einzupflegen, die ich im letzten Jahr veröffentlicht habe. Aber erst jetzt komme ich dazu. Irgendwie scheint die Zeit mit jedem Jahr schneller zu werden (Hilfe, ich werde alt). Aber jetzt bin ich endlich dabei.

Die Übersicht auf meine Bücher ist schon fertig, aber einige der Unterseiten für die einzelnen Bücher fehlen noch. Daher werdet ihr in nächster Zeit hier und da beim Browsen über das Baustellenzeichen stolpern. Nicht böse sein. Ich musste es so handhaben, um tote Links zu verhindern.

Ich verspreche, diese Übergangszeit so kurz wie möglich zu halten, denn ich will unbedingt vor November fertig werden. Wie immer lege ich am 1. November mit dem NaNoWriMo los, einem Monat in dem AutorInnen aus aller Welt versuchen 50000 Worte zu schreiben. Wenn man alle Tage durch schreibt, muss man 1667 Worte pro Tag schaffen. Da ich die Wochenenden frei nehmen muss (wegen der Kinder), sind es 2381 Worte. Das klingt wenig, ist aber harte Arbeit, wenn die Worte auch einen Sinn ergeben sollen. 50000 mal das Wort NaNoWriMo zu kopieren zählt für mich nicht. 😀

Ach ja, nächste Woche ist wieder der vierteljährliche Storytime Bloghop dran, bei dem ich meine Geschichte wieder auf Deutsch und Englisch posten werde. Ich hoffe ihr freut euch schon drauf.

Und zum Abschluss will ich noch kurz darauf hinweisen, dass ich an diesem Samstag bei der BuCon in Dreieich bei Frankfurt am Tisch der Qindies und bei der Lesung um 14:00 Uhr in Deep Space 4 zu finden sein werde, wo ich aus der Amadi-Trilogie lesen werde. Außerdem bin ich am ersten Wochenende im November bei der schriftGut in Dresden ebenfalls mit einem Tisch und einer Lesung vertreten. Ich lese am Samstag, den 5.11.16 um 13:00-13:30 Uhr auf Bühne 1. Wer mich also treffen möchte, kann gerne vorbei kommen.

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Camp NaNo und die Zeit zum Schreiben

Ich sollte eigentlich schreiben, übersetzen oder wenigstens Titelbilder erstellen, aber …

Im Juni entschloss ich mich, für Juli beim Camp NaNo mitzumachen. dabei kann sich jede/r AutorIn ein individuelles Ziel setzen und darauf zu schreiben. Man ist in Kabinen eingeteilt und kann sich da mit anderen AutorInnen austauschen. Am ersten Juli legte ich auch gut vor und schrieb eine Menge. Doch seither wird die Zeit, die ich dafür erübrigen kann, immer weniger. Die Kinder haben Sommerferien und das verändert alles.

 

Ich liebe es, meine Kinder um mich zu haben. Da wir dieses Jahr nicht verreisen können, versuche ich viele kleine Dinge mit ihnen zu unternehmen, die sie genießen können (z.B. ins Kino gehen, einen Tagesausflug nach Hamburg, etc.). Seltsamerweise hinterlässt die nicht eingehaltene Schreibzeit eine Leere in meinem Herzen. Es ist, als wäre meine Muse eifersüchtig. Wenn es mir dann doch gelingt, ein wenig Zeit zum Schreiben zu finden, braucht sie lange, um aus ihrem Versteck zu kriechen. Es fällt ihr schwer, zu begreifen, dass die Familie bei mir immer an erster Stelle stehen wird.

Natürlich gebe ich mein Bestes, um die Bedürfnisse der Kinder und die Wünsche meiner Muse unter einen Hut zu bringen. Hast du auch so ein Problem? Oder sind deine Kinder schon groß und aus dem Haus? Oder bist du eine LeserIn und findest es schwierig, genug Zeit für das nächste Buch zu finden? Teile deine Gedanken in den Kommentaren mit mir. Vielleicht lerne ich etwas daraus.

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