Buchbesprechung: Wir sind aufs Hexen ganz versessen!

Leser erleben viele tausend Leben — Nichtleser nur eines.

Meine absolute Lieblingsautorin ist Diana Wynne Jones, die (leider) Ende März 2011 verstarb. Ihr gelang es, mit jeder ihrer Geschichten etwas Neues zu schaffen. Nicht so wie bei einigen großen Erfolgen (HarryP hust, hust), wo sich dieselbe Geschichte eigentlich nur wiederholt. Jedes einzelne von Dianas Werken ist einzigartig, die Charaktere so lebendig, dass sie scheinbar direkt aus dem Buch ins Leben treten könnten. Natürlich fällt es mir bei der gossen Auswahl (sie schrieb unzählige Geschichten, hier eine Übersicht) schwer, mich für eine zu entscheiden. Sie sind alle toll. Die erste Geschichte, die ich je von ihr gelesen habe (da war ich etwa 10 Jahre alt), war „Wir sind aufs Hexen ganz versessen“ (jetzt zu „Neun Leben für den Zauberer“ umbenannt) aus der Crestomanci Serie. Bis heute ist es eines meiner liebsten Bücher.

Cats Schwester Gwendolen weiß immer genau, was sie will – und meist bekommt sie es auch. Denn Gwendolen kann hexen. Darum ist sie überglücklich, als der große Zauberer Chrestomanci sie und Cat in sein Schloss holt. Doch statt magischer Künste lernt sie dort nur Rechnen und Schreiben. Aus Wut darüber beginnt sie zu hexen, was das Zeug hält – so lange, bis Chrestomanci die Geduld verliert …

Vom ersten Augenblick an habe ich Gwen gehasst (tue ich heute noch, aber nicht mehr so glühend wie damals — na kommt, das ist über 30 Jahre her). Sie ist eine fiese Zicke, und stets muss ihr armer Bruder Cat ihre Streiche ausbaden. Als sie dann zu Crestomanci kommen, scheint Gwen ihr Ziel erreicht zu haben, wird aber immer nerviger, weil sie vom großen Zauberer ignoriert wird. Ja, Crestomanci ist dermaßen desinteressiert, dass er dem Leser fast geistesabwesend vorkommt. Als Kind war ich manchmal richtig sauer auf ihn, weil er sich nicht ein bisschen für seinen Zögling einsetzte. Aber dafür gibt es natürlich (wie immer by Diana Wynne Jones) einen guten Grund. Schade, dass ich den nicht verraten kann. Dafür müsst ihr das Buch schon selbst lesen.

Nachdem ich dieses Buch (und weitere von DWJ) gelesen hatte, stand für mich fest, dass ich auch einmal so tolle Kinder- und Jugendbücher schreiben wollte. Jetzt scheint sich mein Traum so langsam zu erfüllen.

Wie geht es Euch? Was sind Eure Lieblingsbücher? Kennt ihr Diana Wynne Jones (vielleicht vom Kino, wo eines ihrer Bücher als „Das wandelnde Schloss“ verfilmt wurde)? Hinterlasst einen Kommentar, dann antworte ich gerne.

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