Mein Wissenschaftsverrückter Freitag: Der schottische Kilt

In Ordnung, heute ist Samstag, aber ich hatte in den letzten Tagen zu wenig Zeit für alles. Vielleicht erzähle ich am Montag darüber. Jetzt muss ich erst Mal ins Bett. 😉

Ich bin ein Freak, ich geb’s zu. Als Kind bin ich sogar gerne zur Schule gegangen (ja, lacht mich nur aus) — nicht, weil ich meine Freunde treffen wollte, sondern weil ich gerne gelernt habe. Das hat sich bis heute nicht geändert. Es bereitet mir diebische Freude, Fakten in meine Geschichten zu schmuggeln, ohne dass es jemand merkt. An dieser Stelle will ich einen kleinen Einblick in mein verdrehtes Hirn gewähren. Willkommen zu meinem wissenschaftsverrückten Freitag.

Im Moment bin ich dabei, die Dateien für die Druckausgabe von „Schottlands Wächter“ fertig zu machen, und dabei fiel mir auf, dass ich des Schotten bekanntestes Kleidungsstück nicht erwähnt habe. Nun, das hat seinen Grund. Die Personen, die Bryanna während ihrer Reise trifft, kennen den Kilt in der heutigen Form nicht. Ursprünglich trugen die Schotten einen gegürteten Plaid, das ist ein extra langes Tuch in den Clanfarben (Tartan), in das man sich wickelte. Es war lang genug, um gleichzeitig auch als Umhang, Mantel oder Decke zu dienen.

Zitat: „Es wird gesagt, dass der Philibeg oder kleine Kilt, auch als Wanderkilt bekannt (ähnlich dem modernen Kilt) um 1720 von Thomas Rawlinson, einem englischen Quäker (=Religionsgemeinschaft) aus Lancashire, erfunden wurde. Der Kilt wurde von seinen und Iain MacDonnells, Anführer des MacDonnell-Clans, Waldarbeitern, Köhlern und Schmieden genutzt, für die der gegürtete Plaid zu unhandlich war.

Diese Geschichte wurde durch den Historiker Hugh Trevor-Roper verbreitet, aber moderne Untersuchungen ergaben, dass sie wahrscheinlich nicht stimmt. Es wurden mehrere Illustrationen gefunden, die Highländer mit kurzem Kilt zeigten, lange bevor Rawlinson nach Schottland kam. Man vermutet, dass er bereits um 1690 benutzt wurde, und mit Sicherheit wurde er schon im frühen 18. Jahrhundert getragen. Die wahrscheinlichste Erklärung ist die natürliche Weiterentwicklung des gegürteten Plaids. Rawlinson hat das Kleidungsstück möglicherweise gesehen, dessen Nützlichkeit erkannt, und darauf bestanden, es bei seinen Arbeitern einzuführen.“ (von Wikipedia)

Ich denke, das diese Zusammenfassung wohl stimmen wird, obwohl ich die Geschichte lieber mag, nach der der schottische Poet Robert Burns den Kilt für den Besuch des englischen Königs erfunden haben soll. Das macht die Schotten in meinen Augen noch verrückter. Wie geht es euch? Habt ihr euch schon einmal einen Schotten ohne Kilt vorgestellt?
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