Mein Wissenschaftsverrückter Freitag: Eulen

Ich bin ein Freak, ich geb’s zu. Als Kind bin ich sogar gerne zur Schule gegangen (ja, lacht mich nur aus) — nicht, weil ich meine Freunde treffen wollte, sondern weil ich gerne gelernt habe. Das hat sich bis heute nicht geändert. Es bereitet mir diebische Freude, Fakten in meine Geschichten zu schmuggeln, ohne dass es jemand merkt. An dieser Stelle will ich einen kleinen Einblick in mein verdrehtes Hirn gewähren. Willkommen zu meinem wissenschaftsverrückten Freitag.

Gestern hatte ich ein nettes Gespräch über Eulen auf Twitter, also dachte ich, ich könne einen Blog post darüber schreiben. Am faszinierendsten finde ich, dass Eulen lautlos fliegen. Bei allen anderen Vögeln hört man das Auf und Ab der Flügel, nur nicht bei Eulen. Ihre Federn habe eine besondere Struktur (siehe Foto).

Die kammartigen Ränder und der Flaum of der Federoberseite verwirbeln die Luft, die um die Flügel streicht so, dass keine Geräusche entstehen können. Dadurch wird der Flug der Eule lautlos. Sie stoßen ungehört auf ihre Beute nieder, und die Maus weiß nicht wie ihr geschieht. Vom Standpunkt einer Maus würden Eulen „Der Leise Tod“ heißen, als Mensch finde ich Eulen einfach nur elegant und effektiv.

Als ich ein Kind war, zog mein Vater drei Waldkauzjunge auf unserem Dachboden auf, deren Mutter bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Zuerst fütterte er sie mit Hackfleisch, später züchteten wir dann weiße Mäuse in einem riesigen, mit Stroh gefüllten, blauen Fass. Die Mäuse vermehrten sich so schnell, dass die Eulen mit dem Fressen nicht mehr hinterher kamen. Wir hatten stark unterschätzt, wie viel drei Eulen fressen können, und wie schnell sich Mäuse vermehren. *grins*

Dann bekam mein Vater ein Brutpaar Uhus. Das Männchen war in Gefangenschaft geboren und aufgewachsen, aber das Weibchen hatte als junge Eule in Freiheit gelebt. Bei einem Autounfall hatte sie sich den Flügel gebrochen. Die Tierärzte waren sich einig, dass sie nie wieder würde fliegen können. Die beiden Uhus schafften es dann, die Mäusepopulation unter Kontrolle zu halten.

Eines Nacht schnitten selbst ernannte Tierschützer ein Loch in den Käfig, in dem die Uhus gehalten wurden. Am nächsten Morgen saß das Männchen auf einer Bank in der Nähe und war halb tot vor Angst. Er kam mit dem vielen freien Raum um sich herum nicht klar und schien sehr zufrieden, als es mein Vater in seinen (reparierten) Käfig zurück brachte. Zu jedermanns Erstaunen saß das Weibchen in einem Baum und flatterte ungeschickt von Ast zu Ast bis ihr Flügel wieder kräftig genug war, dann verschwand sie. Monate später wurde sie noch einmal gesehen.

Merkt man, dass ich immer noch sauer auf die sogenannten Tierschützer bin? Der männliche Uhu hätte an seiner Angst sterben können. Vögel sind in der Hinsicht empfindlich. Will man eine Eule, die in Gefangenschaft aufgewachsen ist auswildern, braucht man viel Zeit und Geduld, und manche werden nie lernen, damit klarzukommen. Aber das Weibchen… höre ich sagen. Nun, mein Vater hätte auch so bemerkt, dass ihr Flügel verheilt war. Er hätte sie beizeiten in die Freiheit entlassen, denn er ist nicht die Art Mensch, die sich daran erfreut, Tiere einzusperren. I denke es wäre besser gewesen mit meinem Vater zu reden, anstatt eine so dumme Aktion durchzuziehen.

Übrigens, der männliche Uhu lebt noch, und ihm geht es gut (Uhus können in freier Wildbahn bis zu 30 Jahre alt werden, bei Käfighaltung 35 bis 60 Jahre). Er hat ein neues Weibchen (ebenfalls in Gefangenschaft geboren und aufgewachsen), und sie haben sogar ein paar Küken großziehen können.

Hast Du Erfahrungen mit Raubvögeln gemacht (oder mit anderen Vögeln)? Hast Du einen Lieblingsvogel? Sag es mir in den Kommentaren.
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