Mein Wissenschaftsverrückter Freitag: Träume

Ich bin ein Freak, ich geb’s zu. Als Kind bin ich sogar gerne zur Schule gegangen (ja, lacht mich nur aus) — nicht, weil ich meine Freunde treffen wollte, sondern weil ich gerne gelernt habe. Das hat sich bis heute nicht geändert. Es bereitet mir diebische Freude, Fakten in meine Geschichten zu schmuggeln, ohne dass es jemand merkt. An dieser Stelle will ich einen kleinen Einblick in mein verdrehtes Hirn gewähren. Willkommen zu meinem wissenschaftsverrückten Freitag.

Für eines meiner Projekte recherchierte ich Träume. Ich war mir sicher, dass mehr hinter den schnellen Augenbewegungen (REM) eines Schläfers steckt. Was ich fand war entmutigend. Klar, Wissenschaftler können ziemlich viel messen: REM, Puls und Gehirnaktivität. Sie können exakt die Regionen deines Gehirns bestimmen, mit denen du träumst, aber sie können dir weder sagen, was du träumst, noch was es bedeutet.

Also wandte ich mich der Traumdeutung zu. Das ist ein sehr vages Feld, das zum Teil auf Psychologie beruht (meist auf der von Freud). Das war auch nicht befriedigend für mich. Ich glaube nämlich nicht, dass mich mein Hirn im Schlaf mit Symbolen überflutet. Ganz ehrlich, den ganzen Tag überschüttet es mich mit weitestgehend Symbol freien Geschichten. Warum sollte es während der Nacht damit aufhören? Also gab ich die Recherche auf, nicht aber die Idee über einen Wissenschaftler zu schreiben, der eine Albtraumfalle bauen will. Ich werde sie auf alle Fälle eines Tages schreiben. Bis dahin erzähle ich euch einen meiner liebsten Träume:

Ich war zur Münchener Filiale einer großen Buchkette eingeladen worden, um eine Lesung abzuhalten. Deshalb hatte ich mir ein winziges Zimmer im bekanntesten Hotel für Künstler gemietet, dem einzigen Platz, den ich kriegen konnte. Nach einer langen, ermüdenden Bahnfahrt kam ich spät nachts an und freute mich auf eine Mütze voll Schlaf. Doch in dem Moment, als ich mich hinlegte, begann jemand im Appartement über mir AC/DC zu spielen. Versteht mich nicht falsch, ich mag ihre Musik (Na ja, die meisten Stücke jedenfalls, und ich mag Blues, Klassische Musik und die Beatles), aber in meinem Traum war ich zu müde für laute Musik. Also stand ich wieder auf und ging nach oben, um den Hotelgast um Ruhe zu bitten. Als ich anklopfte, öffnete ein Mann die Tür, den ich nicht kannte. Er hörte sich meine Bitte an und fragte mich dann, ob mir die Musik denn nicht gefallen würde. Wir unterhielten uns eine Weile. Irgendwann erwähnte ich, dass ich fand Angus Young sähe ziemlich verlebt aus. Der Mann lachte und rief über seine Schulter ins Zimmer: „Hörst du, Angus? Ich hab dir schon so oft gesagt, du sollst mehr schlafen.“
Der Mann an der Tür war Brian Johnson, AC/DCs Leadsänger. Ich hatte ihn nicht erkannt. Als ich aufwachte blieb mir das schale Gefühl, dass dies das Schicksal vieler Künstler ist, insbesondere das von Autoren. Leute lieben unsere Musik, Bilder, Geschichten, aber erinnern sich nur selten daran, wer sie geschaffen hat.

An dieser Geschichte gibt es nicht viel zu deuten, oder?
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