Schließlich kamen wir auch zu den rekonstruierten Häusern und zu dem Teil, der meinen Mann besonders interessierte: zu den Toiletten (immerhin ist er Meister auf einer Kläranlage). Wie wir aus Büchern bereits wussten, nutzten die Römer Gemeinschaftstoiletten ohne Trennwände (siehe Foto). Man traf sich auf dem Klo, um über Geschäfte zu reden (daher kommt vermutlich auch die deutsche Redewendung ’sein Geschäft verrichten‘). unter den hölzernen (oder manchmal auch steinernen) Sitzen gab es laufendes Wasser, das die Fäkalien fortspülte. Als Klopapier benutzten die Römer Stöcke, die an einem Ende mit Läppchen umwickelt waren. Diese tauchten sie in das Wasser und reinigten sich damit den Hintern.

Niemanden störte es, die Toilette mit anderen zu teilen. Es gab Toiletten für Männer und für Frauen, aber auch welche für beide Geschlechter. Wie unsere Führerin sagte, waren sie ein beliebter Treffpunkt für Huren.

Interessanterweise geht das Sprichwort ‚Geld stinkt nicht‘ (pecunia non olet) nicht auf eine Steuer auf die Benutzung von Gemeinschaftstoiletten zurück, wie ich gedacht hatte. Sie wird dem römischen Kaiser Vespasian zugeschrieben, der eine Steuer auf den Verkauf von Urin aus öffentoliche Sammelbecken einfürte (die niederen Klassen pinkelten in Amphoren, die in diese Sammelbecken entleert wurden). Der so gesammelte Urin, insbesondere „gefaulter“, in dem sich alkalisches Ammoniak gebildet hat, wurde für die Ledergerbung, zur Reinigung der Wäsche und als Bleichmittel für Wolltogas eingesetzt.

Die Römer wussten auch, dass das Abwasser von mehr als einer Handvoll Leute zu Problemen führte (immerhin lebten in dieser Stadt ca. 5,000 Menschen). Daher bauten sie einen tiefen, überdeckten Kanal (die Cloaca Maxima, siehe Foto) mit Seitenarmen zu jedem Häuserblock. Schmalere Kanäle kamen aus den Häusern zu diesen Seitenarmen. Das Wasser, das stetig durch die Toiletten lief, schwemmte die Cloaca Maxima frei und die Fäkalien landeten im Rhein, der sie davon trug.

An einigen Stellen gab es Zugänge, die darauf hindeuten, dass es Leute gab, die dafür sorgten, dass die Cloaca Maxima nicht verstopfte. Wenn man sich den Gestank in dem engen Kanal vorstellen kann (die Cloaca Maxima in Xanthen war höchstens 1.5 m hoch), wird einem klar, wie verzweifelt jemand sein musste (oder wie hoch die Bezahlung), um diese Arbeit anzunehmen. 😀

Sauberes Trinkwasser kam nicht aus dem Rhein (und mit gutem Grund, denke ich), sondern aus einer Quelle in den nahen Bergen. Ein Aquädukt brachte es direkt in die Stadt, wo es zu den Häusern, Badehäusern und zu den Toiletten verteilt wurde. Zum Waschen oder für andere Aufgaben mit hohem Wasserbedarf nutzten die Römer oft auch Regenwasser, das in Zisternen gesammelt wurde. In manchen Städten gab es auch Brunnen, aber nicht hier.

 

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Nach einer hektischen Woche voller Termine und dringender Deadlines, war ich am Samstag zur BuCon, meiner Lieblingsmesse. Dort geht es nur um phantastische Lieratur, um die Autoren und Verlage, die ihr Herzblut in diese Genres stecken. Und das Organisationsteam ist unglaublich. Wenn ich kann, werde ich auch nächstes Jahr wieder dabei sein.

Allerdings hatte der Tag für mich 20 Stunden, davon 6 reine Autofahrt. Den Sonntag war ich ziemlich alle. Daher bitte ich um Nachsicht, dass der dritte Beitrag der Römerreise erst morgen oder übermorgen erscheint.

Zum Trost ein Foto von mir vor dem Tisch der Qindies:

 

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Am Ende des ersten Jahres hatte ich die Nase voll. Ganz besonders störte es mich, dass ich nicht sagen konnte, wie mein Blutzucker im Tagesverlauf auf die verschiedenen Lebensmittel reagierte.

Beim Preis musste ich mehrfach schlucken, habe mir dann aber doch Weihnachten 2016 ein Freestyle Libre System geleistet (das wird NICHT von den Krankenkassen getragen, es sei denn, man spritzt bereits Insulin). Es besteht aus einem Lesegerät (oder einer kürzlich entwickelten App fürs Handy, die aber nur mit den modernsten Geräten funktioniert) und den Sensoren (das ist der teure Teil, denn ein Sensor kostet 60€ und muss alle zwei Wochen ausgetauscht werden).

Das Gerät misst kontinuierlich den Blutzucker in der Flüssigkeit des Unterhautgewebes. Den Sensor in den Oberarm einzusetzen ist einfach und schmerzt meistens nicht. Auch bemerkt man ihn beim Tragen kaum. Allerdings musste ich lernen, den Arm auf der Seite, auf der ich ihn trage, von Türzargen und Ähnlichem fernzuhalten. Ein Zusammenstoß reißt den Sensor in der Regel heraus, was zwar nicht wehtut, aber schnell ins Geld geht.

Als der erste Sensor saß und aktiviert war, begann ich zu experimentieren. Ich fand ein paar interessante Muster, die mir halfen, meine Eßgewohnheiten an meinen Biorhythmus anzupassen. Bei mir ist es z.B. so, dass ein spätes Frühstück (nach 9 Uhr) zu weniger hohen Ausschlägen auf der Messskala führt als ein frühes Frühstück (gegen 6 Uhr), obwohl ich genau das gleiche esse. Mein Körper kommt auch mit Reis besser klar als mit Nudeln. Und es hat sich herausgestellt, dass es für mich besser ist, das Metformin nach dem Essen zu nehmen als davor.

Natürlich sind diese Ergebnisse nicht allgemeingültig und somit wenig hilfreich für andere. Dennoch war es erleuchtend, die Zusammenhänge zu sehen und besser zu verstehen, was passiert, wenn ich esse. Mit dem Gerät gelang es mir, meinen Langzeitzucker, den HbA1c Wert, zwischen 7.7% und 7.3% zu halten, aber ich verlor nicht weiter an Gewicht.

Dann begannen das Chaos und der Stress (gesundheitliche Probleme in der ganzen Familie) und mein Blutzucker schoss in die Höhe. Ich habe mich in der Zeit so viel bewegt, dass ich nicht wieder zugenommen habe, aber mein Langzeitblutzucker stieg auf 8.4%, so dass mir mein Arzt schon Insulin verschreiben wollte.

Ich habe mich dagegen gewehrt. Aber etwas musste sich verändern. Die Krankheit nur zu überwachen war nicht genug. Das war am Anfang diesen Jahres. Erst eine Buchempfehlung meiner Mentorin Holly Lisle veränderte mein Leben.

So, da jetzt die Ausgangssituation geklärt ist, erzähle ich nächste Woche, womit ich weiter gekommen bin.

 

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