Am Ende des ersten Jahres hatte ich die Nase voll. Ganz besonders störte es mich, dass ich nicht sagen konnte, wie mein Blutzucker im Tagesverlauf auf die verschiedenen Lebensmittel reagierte.

Beim Preis musste ich mehrfach schlucken, habe mir dann aber doch Weihnachten 2016 ein Freestyle Libre System geleistet (das wird NICHT von den Krankenkassen getragen, es sei denn, man spritzt bereits Insulin). Es besteht aus einem Lesegerät (oder einer kürzlich entwickelten App fürs Handy, die aber nur mit den modernsten Geräten funktioniert) und den Sensoren (das ist der teure Teil, denn ein Sensor kostet 60€ und muss alle zwei Wochen ausgetauscht werden).

Das Gerät misst kontinuierlich den Blutzucker in der Flüssigkeit des Unterhautgewebes. Den Sensor in den Oberarm einzusetzen ist einfach und schmerzt meistens nicht. Auch bemerkt man ihn beim Tragen kaum. Allerdings musste ich lernen, den Arm auf der Seite, auf der ich ihn trage, von Türzargen und Ähnlichem fernzuhalten. Ein Zusammenstoß reißt den Sensor in der Regel heraus, was zwar nicht wehtut, aber schnell ins Geld geht.

Als der erste Sensor saß und aktiviert war, begann ich zu experimentieren. Ich fand ein paar interessante Muster, die mir halfen, meine Eßgewohnheiten an meinen Biorhythmus anzupassen. Bei mir ist es z.B. so, dass ein spätes Frühstück (nach 9 Uhr) zu weniger hohen Ausschlägen auf der Messskala führt als ein frühes Frühstück (gegen 6 Uhr), obwohl ich genau das gleiche esse. Mein Körper kommt auch mit Reis besser klar als mit Nudeln. Und es hat sich herausgestellt, dass es für mich besser ist, das Metformin nach dem Essen zu nehmen als davor.

Natürlich sind diese Ergebnisse nicht allgemeingültig und somit wenig hilfreich für andere. Dennoch war es erleuchtend, die Zusammenhänge zu sehen und besser zu verstehen, was passiert, wenn ich esse. Mit dem Gerät gelang es mir, meinen Langzeitzucker, den HbA1c Wert, zwischen 7.7% und 7.3% zu halten, aber ich verlor nicht weiter an Gewicht.

Dann begannen das Chaos und der Stress (gesundheitliche Probleme in der ganzen Familie) und mein Blutzucker schoss in die Höhe. Ich habe mich in der Zeit so viel bewegt, dass ich nicht wieder zugenommen habe, aber mein Langzeitblutzucker stieg auf 8.4%, so dass mir mein Arzt schon Insulin verschreiben wollte.

Ich habe mich dagegen gewehrt. Aber etwas musste sich verändern. Die Krankheit nur zu überwachen war nicht genug. Das war am Anfang diesen Jahres. Erst eine Buchempfehlung meiner Mentorin Holly Lisle veränderte mein Leben.

So, da jetzt die Ausgangssituation geklärt ist, erzähle ich nächste Woche, womit ich weiter gekommen bin.

 

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Bis an den Rand gefüllt mit Wissenswertem und neuen Ideen fuhren Mein Mann und ich weiter nach Xanthen. Die Altstadt ist sehr hübsch, und es gibt sogar zwei Windmühlen (eine in der Stadt, die andere ein kleines Stück außerhalb). Das Beste war aber der Archäologische Park mit den zum Teil wieder aufgebauten römischen Gebäuden. Gleich hinter dem Eingang ist eine dreidimensionale Karte, die die wieder aufgebauten Gebäude in dunkelgrau und die noch zu untersuchenden Bereiche in hellgrau anzeigt. Auf dem Foto habe ich den Rhein blau eingefärbt, damit man mal sieht, wie dicht er an der Stadt entlang floss. Heute liegt er weiter entfernt, denn in den letzten 1500 Jahren ist er etwas gewandert.

Xanthen wurde als einzige Stadt als Colonia gegründet (alle anderen waren vorher gegründet und erhielten den Titel erst später), was sie zu einer zivilen Stadt mit besonderen Privilegien machte. Sie wurde von Kaiser Trajan entworfen (wahrscheinlich wurden die Entwürfe nur von ihm abgesegnet). Um 275 n.Chr. wurde sie zerstört und aufgegeben. In der Nähe gab es auch ein dauerhaftes Militärlager, das aber im Museumspark nicht im Fokus stand.

Natürlich hatte die Colonia alles, was eine solche Stadt haben musste: ein Colosseum, Tempel, Badehäuser, Wohnhäuser, Verwaltungsgebäude, Abwasserkanäle, Frischwasseraquädukte und so weiter.
Mein Mann und ich waren besonders von dem teilrekonstruierten Colosseum beeindruckt. Wie wunderbar symmetrisch die Unterkonstruktion war … Es war absolut beeindruckend, die Stümpfe der Originalpfeiler zu sehen, die nach über 1500 Jahren immer noch zu einem guten Teil zu sehen waren. Alle andere war über die Jahe von den Menschen abgetagen und in der mittelalterlichen Neugründung verbaut worden.

Es war zwar kein besonders großes Colosseum, aber es gab genug Platz für alle 1500 römischen Bürger. Die sandige Arena war groß genug, um Wildschein- und Bärenkämpfe abzuhalten, aber auch für Gladiatorenkämpfe. Für Pferde- oder Wagenrennen war sie aber zu klein.


Obwohl Gladiatoren überwiegend Sklaven waren, wurden sie oft abgöttisch verehrt. Manchmal wurden sie auch wegen guter Leistungen in der Arena freigelassen. Es gab strenge Regeln, wie die „Spiele“ abzulaufen hatten. Die Bewaffnung und Panzerung war bis zum kleinsten Hosenknopf vorgeschrieben (Achtung Redewendung: Römer kannten keine Knöpfe). Es gab auch strenge Vorschriften, wer gegen wen kämpfen durfte (Bitte etnschuldigt die schlechte Qualität des Fotos. da, wo ich es aufgenommen habe, war es ziemlich dunkel, und das Aufhellen hat die Beschriftungen ziemlich verwaschen. Hier gibt es weitere Informationen über Gladiatoren).

   

Es gab auch mehrere Puppen, die sich gerade als Gladiatoren fertig machten. Aber ich glaube, dass die Proportionen nicht ganz stimmen. Gladiatoren mussten viel muskulöser gewesen sein, denn ihre Ausrüstung war recht schwer UND sie trainierten und kämpften auf Sand (bist du jemals an einem Strand gerannt? Dann weißt du, wie kraftraubend das ist). Die Kämpfe dauerten durchschnittlich nur wenige Minuten, sagte unsere Fremdenführerin.

 

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Vor zwei Jahren diagnostizierte mein Arzt bei mir Diabetes. Wie alle Patienten, bekam ich zunächst Metformin Tabletten, um die hohen Zuckerspitzen im Blut abzufangen und ein Messsystem, bei dem ich gezwungen war, mir mehrfach täglich in den Finger zu stechen. Ich hasste beides. Das Metformin verursachte bei mir Bauchkrämpfe und explosionsartige Darmentleerungen mit Durchfall, und durch das Stechen wurden meine Fingerkuppen so empfindlich, dass ich meine Geschichten nicht mehr gut tippen konnte.

Also suchte ich nach Alternativen. In einem ersten Schritt wechselte ich das Metformin Präparat. Mit Siofor gibt es in Deutschland eine Alternative mit dem gleichen Wirkstoff, aber anderen Zusatzstoffen. Das hat doch sehr geholfen, obwohl ich immer noch von Zeit zu Zeit Durchfall habe.

Als nächstes informierte ich mich intensiv über Diabetes und was man dagegen tun könnte. Die einhellige Meinung schien zu sein: ‚wenn man es erst einmal hat, wird man es nie wieder los‘ und ‚wenn du erst anfängst, Insulin zu spritzen, wirst du immer fetter, also vermeide das, so lange du kannst.‘ Allerdings gab es kaum Rat dafür wie man die Insulinbehandlung hinauszögern kann. Die einzigen Strategien schienen zu sein: ‚iss keinen Zucker‘ und ‚verliere an Gewicht‘.

Nun, wie dir jeder erzählen kann, der schon mal versucht hat abzunehmen oder komplett auf Zucker zu verzichten, ist beides nahezu unmöglich. Trotzdem gelang es mir in dem auf die Diagnose folgenden Jahr, durch regelmäßigen Sport und Halbierung der täglichen Kalorienzahl etwas mehr als 10kg abzunehmen. Anschließend hielt ich mein Gewicht durch ständige Überwachung dessen, was ich aß, wie viel ich aß und durch Bewegung.

Ich sag dir, das war ein Albtaum. Ich konnte die ganze Zeit kaum an etwas anderes denken als an Essen. Der Sport machte überhaupt keine Freude und ich kämpfte dagegen an, ständig übel gelaunt zu sein. Auch verbesserten sich meine Zuckerwerte kaum. Der Langzeitzucker und der morgendliche Nüchternzucker waren immer noch viel zu hoch.

In den nächsten Wochen erzähle ich, was ich alles verändert habe, um da zu landen, wo ich jetzt bin (mit relativ guten Zuckerwerten und einem weiteren Gewichtsverlust). Anschließend teile ich wöchentlich meine Erfolge und Rückschläge, bis ich meine Diabetes ganz besiegt habe. Ich würde mich freuen, wenn du mich auf dem Weg begleitest.

 

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