gesundheit

Meine Erfahrungen mit Diabetes (3)

Als ich mich an die Ernährungsempfehlungen der Ärzte hielt, die ich konsultiert hatte, hasste ich jede Sekunde, in der ich mich zwang, Gewicht zu verlieren (auch wenn mir das Ergebnis gefiel). Die ständigen Hungerattacken ließen mich andauern an Essen denken, und der zusätzliche Sport frass meine Schreibzeit auf, so dass ich keine Lust mehr hatte. Da kam Holly Lisle, meine außergewöhnliche Mentorin und Autorin von 33 Romanen. Sie kämpfte erfolgreich gegen Zungenkrebs und beginnende Diabetes und empfiehl mir zwei Bücher von Dr. Jason Fung, eine Nephrologen (Spezialist für Nieren). Er hatte sich dazu entschlossen, die Ursache von Diabetes zu behandeln und nicht nur die Auswirkungen (Nierenversagen und Dialyse).

Also kaufte ich Die Schlankformel und Fasten – Das große Handbuch von Dr. Fung und las beide. Sie öffneten mir die Augen und ich wurde in eine Richtung geschubst, die mir unbewußt seit Jahren bekannt gewesen war.

Wie alle Ärzte, mit denen ich gesprochen hatte, empfahl Dr. Fung Gewicht zu verlieren, um Diabetes zu bekämpfen. Dabei sagte er aber, dass es eine falsche Strategie sei, gleichzeitig Fett und Kohlenhydrate zu reduzieren. Und der Grund war – wie überraschend – die Reaktion eines Körpers auf so eine Diät: ein dauerhaftes Verlangen nach Essen. Seine Lösung war so einfach wie logisch.

Die Reduktion von Fetten und Kohlehydraten zwingt den Körper dazu, allein von Eiweißen zu leben, und die sind keine guten Energielieferanten. Da Kohlehydrate die größten Insulinprobleme verursachen (darüber spreche ich nächste Woche), muss der Fettanteil der Nahrung steigen.

Als ich in Schottland studierte (vor x Jahren), hatte ich stets zu wenig Zeit. Also bestand meine Hauptnahrung aus Käsetoast mit Kresse oder Salat. Natürlich triefte das Brot vor Fett. Damals verlor ich eine ganze Menge Gewicht, ein unvorhergesehener aber willkommener Effekt. Ich zog nur die falschen Schlüsse und schrieb den Gewichtsverlust dem Stress zu, insbesondere da das Gewicht in Deutschland schnell wieder da war. Durch Dr. Fungs Analysen änderte ich meine Perspektive.

Er sagt auch, dass die Zeit, zu der eine Person isst, einen großen Einfluss darauf hat, wie der Körper auf die Nahrung reagiert (die Beweiskette steht in den Büchern). Da das genau das war, was ich bei der Überwachung meines Diabetes bemerkt hatte, schmolz mein anfänglicher Widerstand dahin und ich machte mich daran, seine Vorschläge umzusetzen. Ich wollte wissen, ob seine Methode wirklich helfen würde.

Direkt vor den Sommerferien folgte ich für sechs Wochen seinen Anweisungen und verlor 10kg ohne zu hungern. Während der Ferien, mit den Kindern im Haus, war es nicht möglich, dies weiterzuführen. Aber es gelang mir, nur zweimal am Tag zu essen und dabei die Kohlehydrate zu reduzieren, so dass ich über den Sommer nicht wieder zunahm (etwas, was mir sonst immer schwer gefallen ist). Nächste Woche gehe ich näher auf die Methode ein und erkläre, warum sie wirkt.

Wer Englisch kann und weitere Informationen braucht, kann sich Dr. Jason Fung’s YouTube Videos ansehen.

 

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Meine Erfahrungen mit Diabetes (2)

Am Ende des ersten Jahres hatte ich die Nase voll. Ganz besonders störte es mich, dass ich nicht sagen konnte, wie mein Blutzucker im Tagesverlauf auf die verschiedenen Lebensmittel reagierte.

Beim Preis musste ich mehrfach schlucken, habe mir dann aber doch Weihnachten 2016 ein Freestyle Libre System geleistet (das wird NICHT von den Krankenkassen getragen, es sei denn, man spritzt bereits Insulin). Es besteht aus einem Lesegerät (oder einer kürzlich entwickelten App fürs Handy, die aber nur mit den modernsten Geräten funktioniert) und den Sensoren (das ist der teure Teil, denn ein Sensor kostet 60€ und muss alle zwei Wochen ausgetauscht werden).

Das Gerät misst kontinuierlich den Blutzucker in der Flüssigkeit des Unterhautgewebes. Den Sensor in den Oberarm einzusetzen ist einfach und schmerzt meistens nicht. Auch bemerkt man ihn beim Tragen kaum. Allerdings musste ich lernen, den Arm auf der Seite, auf der ich ihn trage, von Türzargen und Ähnlichem fernzuhalten. Ein Zusammenstoß reißt den Sensor in der Regel heraus, was zwar nicht wehtut, aber schnell ins Geld geht.

Als der erste Sensor saß und aktiviert war, begann ich zu experimentieren. Ich fand ein paar interessante Muster, die mir halfen, meine Eßgewohnheiten an meinen Biorhythmus anzupassen. Bei mir ist es z.B. so, dass ein spätes Frühstück (nach 9 Uhr) zu weniger hohen Ausschlägen auf der Messskala führt als ein frühes Frühstück (gegen 6 Uhr), obwohl ich genau das gleiche esse. Mein Körper kommt auch mit Reis besser klar als mit Nudeln. Und es hat sich herausgestellt, dass es für mich besser ist, das Metformin nach dem Essen zu nehmen als davor.

Natürlich sind diese Ergebnisse nicht allgemeingültig und somit wenig hilfreich für andere. Dennoch war es erleuchtend, die Zusammenhänge zu sehen und besser zu verstehen, was passiert, wenn ich esse. Mit dem Gerät gelang es mir, meinen Langzeitzucker, den HbA1c Wert, zwischen 7.7% und 7.3% zu halten, aber ich verlor nicht weiter an Gewicht.

Dann begannen das Chaos und der Stress (gesundheitliche Probleme in der ganzen Familie) und mein Blutzucker schoss in die Höhe. Ich habe mich in der Zeit so viel bewegt, dass ich nicht wieder zugenommen habe, aber mein Langzeitblutzucker stieg auf 8.4%, so dass mir mein Arzt schon Insulin verschreiben wollte.

Ich habe mich dagegen gewehrt. Aber etwas musste sich verändern. Die Krankheit nur zu überwachen war nicht genug. Das war am Anfang diesen Jahres. Erst eine Buchempfehlung meiner Mentorin Holly Lisle veränderte mein Leben.

So, da jetzt die Ausgangssituation geklärt ist, erzähle ich nächste Woche, womit ich weiter gekommen bin.

 

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Meine Erfahrungen mit Diabetes (1)

Vor zwei Jahren diagnostizierte mein Arzt bei mir Diabetes. Wie alle Patienten, bekam ich zunächst Metformin Tabletten, um die hohen Zuckerspitzen im Blut abzufangen und ein Messsystem, bei dem ich gezwungen war, mir mehrfach täglich in den Finger zu stechen. Ich hasste beides. Das Metformin verursachte bei mir Bauchkrämpfe und explosionsartige Darmentleerungen mit Durchfall, und durch das Stechen wurden meine Fingerkuppen so empfindlich, dass ich meine Geschichten nicht mehr gut tippen konnte.

Also suchte ich nach Alternativen. In einem ersten Schritt wechselte ich das Metformin Präparat. Mit Siofor gibt es in Deutschland eine Alternative mit dem gleichen Wirkstoff, aber anderen Zusatzstoffen. Das hat doch sehr geholfen, obwohl ich immer noch von Zeit zu Zeit Durchfall habe.

Als nächstes informierte ich mich intensiv über Diabetes und was man dagegen tun könnte. Die einhellige Meinung schien zu sein: ‚wenn man es erst einmal hat, wird man es nie wieder los‘ und ‚wenn du erst anfängst, Insulin zu spritzen, wirst du immer fetter, also vermeide das, so lange du kannst.‘ Allerdings gab es kaum Rat dafür wie man die Insulinbehandlung hinauszögern kann. Die einzigen Strategien schienen zu sein: ‚iss keinen Zucker‘ und ‚verliere an Gewicht‘.

Nun, wie dir jeder erzählen kann, der schon mal versucht hat abzunehmen oder komplett auf Zucker zu verzichten, ist beides nahezu unmöglich. Trotzdem gelang es mir in dem auf die Diagnose folgenden Jahr, durch regelmäßigen Sport und Halbierung der täglichen Kalorienzahl etwas mehr als 10kg abzunehmen. Anschließend hielt ich mein Gewicht durch ständige Überwachung dessen, was ich aß, wie viel ich aß und durch Bewegung.

Ich sag dir, das war ein Albtaum. Ich konnte die ganze Zeit kaum an etwas anderes denken als an Essen. Der Sport machte überhaupt keine Freude und ich kämpfte dagegen an, ständig übel gelaunt zu sein. Auch verbesserten sich meine Zuckerwerte kaum. Der Langzeitzucker und der morgendliche Nüchternzucker waren immer noch viel zu hoch.

In den nächsten Wochen erzähle ich, was ich alles verändert habe, um da zu landen, wo ich jetzt bin (mit relativ guten Zuckerwerten und einem weiteren Gewichtsverlust). Anschließend teile ich wöchentlich meine Erfolge und Rückschläge, bis ich meine Diabetes ganz besiegt habe. Ich würde mich freuen, wenn du mich auf dem Weg begleitest.

 

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