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Meine Erfahrungen mit Diabetes (5)

Um mein Gewicht weiter zu reduzieren und die Diabetes los zu werden, beschloss ich, eine zweite, strenge Runde von Dr. Fungs Empfehlungen einzuhalten. Da ich die Wissenschaft sehr mag (immerhin habe ich einen Doktortitel in Naturwissenschaften), werde ich diese Reise dokumentieren.

Als erstes überredete ich meinen Ehemann, einen meiner Freestyle Libre Sensoren für eine Woche zu tragen. Er ist schlank und frei von Diabetes, so dass ich eine Grundlinie bekomme, die mein Ziel ist. Im linken Bild sieht man die Blutzuckerwerte für zwei typische Tage von mir (und die sind für einen Diabetiker schon ziemlich gut). Auf der rechten Seite finden sich die Werte für zwei typische Tage meines Mannes (meine Ziellinie). Die vollständigen Bilder kann man übrigens sehen, wenn man sie anklickt (sie öffnen sich in einem neuen tab).

Katharina Thomas

Man sieht, dass die Werte meines Mannes (die blauen Linien) fast immer (zu 99%) innerhalb des grauen Bereichs liegen, der gesunde Blutzuckerwerte signalisiert. Auch sind seine Kurven wesentlich zackiger als meine, was bedeutet, dass sein Blutzucker auch nach einer kurzzeitigen Spitze schnell wieder absinkt. Meine Blutzuckerspitzen sind wesentlich gerundeter, was bedeutet, dass der Zucker wesentlich länger im Blut bleibt. Insgesamt liegen meine Blutzuckerlinien höher als die meines Mannes, und mehr der Zuckerspitzen befinden sich außerhalb des grauen Bereichs.

Für einen besseren Vergleich bündelte ich meine Daten und die meines Mannes für eine ganze Woche (eine Option meines Analyseprogramms) und stellte eine Durchschnittskurve dar (Siehe die nächsten beiden Grafiken, meine wieder links, die meines Mannes rechts).

Tagesmuster Katharina

Tagesmuster Thomas

Nicht nur liegt mein Median (das ist ein besonderer Mittelwert; wenn du Mathefan bist, findest du hier eine Erklärung) wesentlich höher als seiner, die Streuung der Werte ist auch wesentlich breiter (was bedeutet, dass es wesentlich mehr Messwerte mit hohen Spitzen in meiner Datenmenge gab als in der meines Mannes). Auch das nächtliche Absinken der Zuckerwerte ist weniger stark ausgeprägt.

Mein Ziel ist es also, in den nächsten Monaten meinen wöchentlich zusammengestellten Median so dicht es geht an den meinen Mannes anzugleichen. Ich würde mich freuen, wenn du mich auf meiner Reise begleitest. Wenn du mitspielen willst, lass mich wissen, ob dir Dr. Fungs Rat hilft. Nächste Woche erzähle ich mehr über meine Erfahrungen (über meine Gefühlslage, wie erfolgreich ich mich an Dr. Fungs Empfehlungen gehalten habe, und was sich bei meinem Gewicht und bei den Zuckerwerten getan hat).

 

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Römer in Deutschland 5

Einer der Läden, die wir besuchten, war eine Schmiede. Mich überraschte besonders wie kleine die Feuerstelle war (das ist das kleine Rost in der Mitte der rot gestrichenen Wand). Ich glaube im Winter muss es für die Leute, die keine zusätzliche Fußbodenheizung hatten, ziemlich kalt gewesen sein. Immerhin war Germania kälter, nasser und insgesamt ungemütlicher als Italien. Sicherlich hat sich so mancher Bürger nach Rom gesehnt.

Die Schmiede arbeitete mit Silber, wenn ich mich richtig erinnere. Für eine Eisenschmiede war die Esse zu klein. In der Nähe der Nachbauten gab es die Fundamente einer Eisenschmiede, die drei Feuerstellen hatte und Fußbodenheizung. Aber sie war nicht nachgebaut worden, also musste man seine Fantasie nutzen.

Jeder, der einen kleinen Laden besaß, arbeitete und verkaufte die Waren von daheim (auf der anderen Seite der Blasebälge, außerhalb dieses Bilds, stand ein zimmerbreiter, hölzerner Verkaufstresen; die ganze Front des Raums konnte zur Straße geöffnet werden). Für kleine und mittlere Unternehmen gab es keine Trennung von Arbeitsplatz und Wohnraum des Besitzers. Sie waren überwiegend im gleichen Haus. Nur große oder platzraubende Betriebe (wie die Schiffswerft, Bauernhöfe, oder Steinbrüche) befanden sich außerhalb der Stadt.

Römer liebten den Luxus und die, die es sich leisten konnten, wollten wie in Rom feiern. Also gab es Restaurants mit Bett-Sofas. Jeder der kleinen Räume (siehe Bild) bot neun Männern Platz (kein Raum für Frauen, Huren ausgenommen). Es überraschte mich, dass Römer nicht immer im Liegen gegessen haben. Das tat man nur zu Festen. Daheim gab es hölzerne Tische mit Stühlen oder Hockern. Kinder standen während der Mahlzeiten oft.

Römer legten auch viel Wert auf Sauberkeit. Überall in der Stadt gab es Badehäuser, so dass jeder Bürger Zugang hatte. In der Nähe des Zentrums war ein sehr großes Badehaus für die Elite der Stadt, aber der Träger des Archäologischen Parks hat ein Museum darüber gebaut. Es gab aber genug Fundamente, um das Layout erkennen zu können. Ein kleineres Badehaus war auch rekonstruiert worden.

Die Geschlechter badeten in verschiedenen Bereichen. Der erste Raum, den ein Besucher betrat, war ein wenig geheiztes Zimmer zum Ausziehen. Das nächste war moderat gewärmt und die Becken enthielten warmes und kaltes Wasser. Hier rasierte und wusch man sich, bevor man ins letzte Zimmer ging und kühlte sich nach der Rückkehr wieder langsam ab. Dieses war sehr gut beheizt und das Wasser war so warm wie in einer heutigen Badewanne. Dieser Raum war hauptsächlich zur Entspannung gedacht (und vermutlich auch für Geschäftsgespräche). In dem großen Badehaus gab es einige kleinere Räume für Massagen, Sex oder einfach zum Ausruhen. Solche Räume hatte das nachgebildete Badehaus nicht.

Mir gefielen die bunt bemalten Wände aller Häuser besonders gut. Die Archäologen haben historische Funde aus anderen Gegenden genutzt, um die Zimmer zu dekorieren. Es war alles viel farbenfroher als ich erwartet hatte.

 

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Meine Erfahrungen mit Diabetes (4)

Zusammengefasst schlägt Dr. Fung vor, mehr Fett und weniger Kohlehydrate zu essen (da diese hohe Insulinlevel verursachen, die Gewichtszunahme und Diabetes zur Folge haben) und das Zeitfenster, in dem gegessen wird, möglichst klein zu halten. Zwischen dem letzten Mahl des Tages und dem ersten Mahl des nächsten Tages sollten mindestens 16 Stunden liegen. Das nennt sich intermittierendes Fasten.

KohlehydrateDas erste Mal, als ich Dr. Fungs Methode folgte, ass ich von montags bis freitags nur eine Mahlzeit pro Tag und reduzierte Kohlehydrate (siehe Bild) so weit es ging. Am Samstag oder Sonntag erlaubte ich mir Brot oder Brötchen (die einzige Sehnsucht, die ich hatte) und aß dreimal täglich (spätes Frühstück, normales Mittag, frühes Abendbrot). Alkohol fasste ich nicht an.

Was mich am meisten überraschte war, dass ich mich nicht müde und abgeschlagen fühlte und dass ich nicht dauernd ans Essen denken musste. Ich fühlte mich energiegeladen, war wach und ausgeruht, selbst wenn ich zu wenig geschlafen hatte. Meine Blutdruckwerte und die Anzahl der Herzschläge nahmen ebenfalls ab (ich muss sie wegen Bluthochdruck überwachen). Am Ende meines ersten Mals (wenn man das aus dem Zusammenhang reißt, gäbe das ein ganz schiefes Bild, grins), hatte ich ohne Anstrengung 10kg verloren und alle von mir überwachten Gesundheitswerte hatten sich verbessert.

Aber warum? Nun, der Grund dafür ist das Insulin.

Mit der ständigen Verfügbarkeit von Lebensmitteln, gesüßten Getränken und Alkohol, begannen die Leute auch mehr als drei mal am Tag zu essen. Der Durchschnittsverbrauch von gesüßten Getränken und Alkohol (hauptsächlich Bier) stieg. Diese Form der Ernährung zwingt den Körper 24/7 Insulin zu produzieren. Das Problem mit Insulin ist, dass seine Anwesenheit dazu führt, dass die Körperzellen immer widerwilliger darauf reagieren. Es entsteht eine Insulinresistenz = Diabetes II!

fatAuch ist Insulin für das Einlagern von Energie verantwortlich. Je mehr Insulin ein Körper produziert und je länger es im Blut bleibt, desto mehr Energie wird in den Fettzellen abgelegt. Ergebnis: Gewichtszunahme!

Daher ist Insulin sowohl für Fettleibigkeit (Adipositas), als auch für Diabetes Typ II verantwortlich. Dr. Fungs Empfehlung, mehr Fett (das eine wesentlich geringere Ausschüttung von Insulin verursacht) und weniger oft zu essen (was dem Insulinlevel die Zeit gibt, zwischen den Mahlzeiten auf Null abzusinken) hilft in beiden Fällen.

Nach den Sommerferien, als ich ganz und gar davon überzeugt war, dass seine Methode meine beiden Probleme (Übergewicht und Diabetes II) in den Griff bekommen kann, entschied ich mich, das Ganze ein wenig wissenschaftlicher anzugehen. Davon erzähle ich dann nächste Woche.

 

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Römer in Deutschland 4

Wirklich beeindruckend war der rekonstruierte Häuserblock. Die neuen Häuser waren auf den Fundamenten der original römischen Häuser errichtet worden, aber mit einer Sicherheitstrennschicht, damit die Originale nicht zerstört wurden. Der ganze Häuserblock war von einem überdachten Fußweg umgeben. Der Boden dieses Fußwegs änderte sich von einem Haus zum nächsten, da jeder Hausherr seinen Bereich nach eigenen Vorstellungen gestalten durfte. Erlaubt waren verschiedene Pflasterungen und gestampfte Erde.

Der Besuch der Häuser ließ das Leben der damaligen Zeit vor meinen Augen lebendig werden. Jedes Haus hatte einen kleinen Garten mit einem Schuppen oder einem andern Häuschen darin. Diese Häuschen beherbergten die Toilette und Platz für die Sklaven, Werkzeuge und Lebensmittel. Im Haupthaus befanden sich die Räume der Familie im Obergeschoss. Das Erdgeschoss bestand zum größten Teil aus einem Laden, der zur Vorderseite des Hauses offen war. Nur eine Holztheke trennte ihn von der Straße.

Die Häuser wurden aus gestampftem Lehm gebaut und mit bunten Farben bemalt. Die meisten Dächer waren mit Dachziegeln gedeckt, nur ein paar der Schuppen trugen Holzschindeln. Interessant fand ich, dass keines der Häuser einen Schornstein hatte, obwohl es in jedem Zimmer eine offene Feuerstelle gab. Die Häuser der Reichen hatten sogar Fußbodenheizung. Ein Blick aus einem der hinteren Fenster oder vom Balkon ähnelt dem einer heutigen Reihenhaussiedlung: lange, schmale Gärten, Mauern (heute Zäune) zwischen den Grundstücken und Gras (manchmal mit Büschen) am Boden.

Die Räume der Familie im ersten Stock waren wunderschön dekoriert, aber spärlich möbliert. Römer liebten bunte Farben und regelmäßige Muster. Das Zimmer auf dem Foto war das Schlafzimmer einer ganzen biologischen Familie, vermutlich die des Hausbesitzers (in einer Ecke stand auch eine Wiege, die aber nicht auf’s Bild passte und die ich nicht verschieben wollte). Die Eltern schliefen im Doppelbett, die Kinder im Beistellbett und das Baby in der Wiege. Die Diener schliefen im gleichen Stockwerk in weniger auffällig dekorierten Zimmern. Jeder Römer hatte eine Truhe zur Aufbewahrung seiner Habseligkeiten.

Nur die Sklaven blieben nachts nicht im Haus. Sie schliefen auf einer erhöhten Plattform über wichtigen Werkzeugen und/oder Lebensmitteln. Alle Sklaven schliefen auf Matten auf derselben Plattform.

Ich fand es überraschend, wie viel Komfort die Römer bereits hatten. Ihr Lebensstil unterschied sich nicht so sehr von unserem. Wenn man an das Eisenzeitalter denkt, erwartet man nicht unbedingt diese Lebensumstände. Die wieder aufgebauten Häuser machten mir sehr deutlich, was die Deutschen aufgaben, als Armenius die Römer besiegte. Natürlich waren sie nicht unbedingt die besten Herren, und Freiheit ist wichtig. Dennoch hätte die Zivilisation, die sie mit sich gebracht hätten, vermutlich mein Heimatland so verändert, dass es heute noch Auswirkungen gäbe.

 

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Meine Erfahrungen mit Diabetes (3)

Als ich mich an die Ernährungsempfehlungen der Ärzte hielt, die ich konsultiert hatte, hasste ich jede Sekunde, in der ich mich zwang, Gewicht zu verlieren (auch wenn mir das Ergebnis gefiel). Die ständigen Hungerattacken ließen mich andauern an Essen denken, und der zusätzliche Sport frass meine Schreibzeit auf, so dass ich keine Lust mehr hatte. Da kam Holly Lisle, meine außergewöhnliche Mentorin und Autorin von 33 Romanen. Sie kämpfte erfolgreich gegen Zungenkrebs und beginnende Diabetes und empfiehl mir zwei Bücher von Dr. Jason Fung, eine Nephrologen (Spezialist für Nieren). Er hatte sich dazu entschlossen, die Ursache von Diabetes zu behandeln und nicht nur die Auswirkungen (Nierenversagen und Dialyse).

Also kaufte ich Die Schlankformel und Fasten – Das große Handbuch von Dr. Fung und las beide. Sie öffneten mir die Augen und ich wurde in eine Richtung geschubst, die mir unbewußt seit Jahren bekannt gewesen war.

Wie alle Ärzte, mit denen ich gesprochen hatte, empfahl Dr. Fung Gewicht zu verlieren, um Diabetes zu bekämpfen. Dabei sagte er aber, dass es eine falsche Strategie sei, gleichzeitig Fett und Kohlenhydrate zu reduzieren. Und der Grund war – wie überraschend – die Reaktion eines Körpers auf so eine Diät: ein dauerhaftes Verlangen nach Essen. Seine Lösung war so einfach wie logisch.

Die Reduktion von Fetten und Kohlehydraten zwingt den Körper dazu, allein von Eiweißen zu leben, und die sind keine guten Energielieferanten. Da Kohlehydrate die größten Insulinprobleme verursachen (darüber spreche ich nächste Woche), muss der Fettanteil der Nahrung steigen.

Als ich in Schottland studierte (vor x Jahren), hatte ich stets zu wenig Zeit. Also bestand meine Hauptnahrung aus Käsetoast mit Kresse oder Salat. Natürlich triefte das Brot vor Fett. Damals verlor ich eine ganze Menge Gewicht, ein unvorhergesehener aber willkommener Effekt. Ich zog nur die falschen Schlüsse und schrieb den Gewichtsverlust dem Stress zu, insbesondere da das Gewicht in Deutschland schnell wieder da war. Durch Dr. Fungs Analysen änderte ich meine Perspektive.

Er sagt auch, dass die Zeit, zu der eine Person isst, einen großen Einfluss darauf hat, wie der Körper auf die Nahrung reagiert (die Beweiskette steht in den Büchern). Da das genau das war, was ich bei der Überwachung meines Diabetes bemerkt hatte, schmolz mein anfänglicher Widerstand dahin und ich machte mich daran, seine Vorschläge umzusetzen. Ich wollte wissen, ob seine Methode wirklich helfen würde.

Direkt vor den Sommerferien folgte ich für sechs Wochen seinen Anweisungen und verlor 10kg ohne zu hungern. Während der Ferien, mit den Kindern im Haus, war es nicht möglich, dies weiterzuführen. Aber es gelang mir, nur zweimal am Tag zu essen und dabei die Kohlehydrate zu reduzieren, so dass ich über den Sommer nicht wieder zunahm (etwas, was mir sonst immer schwer gefallen ist). Nächste Woche gehe ich näher auf die Methode ein und erkläre, warum sie wirkt.

Wer Englisch kann und weitere Informationen braucht, kann sich Dr. Jason Fung’s YouTube Videos ansehen.

 

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Römer in Deutschland 3

Schließlich kamen wir auch zu den rekonstruierten Häusern und zu dem Teil, der meinen Mann besonders interessierte: zu den Toiletten (immerhin ist er Meister auf einer Kläranlage). Wie wir aus Büchern bereits wussten, nutzten die Römer Gemeinschaftstoiletten ohne Trennwände (siehe Foto). Man traf sich auf dem Klo, um über Geschäfte zu reden (daher kommt vermutlich auch die deutsche Redewendung ’sein Geschäft verrichten‘). unter den hölzernen (oder manchmal auch steinernen) Sitzen gab es laufendes Wasser, das die Fäkalien fortspülte. Als Klopapier benutzten die Römer Stöcke, die an einem Ende mit Läppchen umwickelt waren. Diese tauchten sie in das Wasser und reinigten sich damit den Hintern.

Niemanden störte es, die Toilette mit anderen zu teilen. Es gab Toiletten für Männer und für Frauen, aber auch welche für beide Geschlechter. Wie unsere Führerin sagte, waren sie ein beliebter Treffpunkt für Huren.

Interessanterweise geht das Sprichwort ‚Geld stinkt nicht‘ (pecunia non olet) nicht auf eine Steuer auf die Benutzung von Gemeinschaftstoiletten zurück, wie ich gedacht hatte. Sie wird dem römischen Kaiser Vespasian zugeschrieben, der eine Steuer auf den Verkauf von Urin aus öffentoliche Sammelbecken einfürte (die niederen Klassen pinkelten in Amphoren, die in diese Sammelbecken entleert wurden). Der so gesammelte Urin, insbesondere „gefaulter“, in dem sich alkalisches Ammoniak gebildet hat, wurde für die Ledergerbung, zur Reinigung der Wäsche und als Bleichmittel für Wolltogas eingesetzt.

Die Römer wussten auch, dass das Abwasser von mehr als einer Handvoll Leute zu Problemen führte (immerhin lebten in dieser Stadt ca. 5,000 Menschen). Daher bauten sie einen tiefen, überdeckten Kanal (die Cloaca Maxima, siehe Foto) mit Seitenarmen zu jedem Häuserblock. Schmalere Kanäle kamen aus den Häusern zu diesen Seitenarmen. Das Wasser, das stetig durch die Toiletten lief, schwemmte die Cloaca Maxima frei und die Fäkalien landeten im Rhein, der sie davon trug.

An einigen Stellen gab es Zugänge, die darauf hindeuten, dass es Leute gab, die dafür sorgten, dass die Cloaca Maxima nicht verstopfte. Wenn man sich den Gestank in dem engen Kanal vorstellen kann (die Cloaca Maxima in Xanthen war höchstens 1.5 m hoch), wird einem klar, wie verzweifelt jemand sein musste (oder wie hoch die Bezahlung), um diese Arbeit anzunehmen. 😀

Sauberes Trinkwasser kam nicht aus dem Rhein (und mit gutem Grund, denke ich), sondern aus einer Quelle in den nahen Bergen. Ein Aquädukt brachte es direkt in die Stadt, wo es zu den Häusern, Badehäusern und zu den Toiletten verteilt wurde. Zum Waschen oder für andere Aufgaben mit hohem Wasserbedarf nutzten die Römer oft auch Regenwasser, das in Zisternen gesammelt wurde. In manchen Städten gab es auch Brunnen, aber nicht hier.

 

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Meine Erfahrungen mit Diabetes (2)

Am Ende des ersten Jahres hatte ich die Nase voll. Ganz besonders störte es mich, dass ich nicht sagen konnte, wie mein Blutzucker im Tagesverlauf auf die verschiedenen Lebensmittel reagierte.

Beim Preis musste ich mehrfach schlucken, habe mir dann aber doch Weihnachten 2016 ein Freestyle Libre System geleistet (das wird NICHT von den Krankenkassen getragen, es sei denn, man spritzt bereits Insulin). Es besteht aus einem Lesegerät (oder einer kürzlich entwickelten App fürs Handy, die aber nur mit den modernsten Geräten funktioniert) und den Sensoren (das ist der teure Teil, denn ein Sensor kostet 60€ und muss alle zwei Wochen ausgetauscht werden).

Das Gerät misst kontinuierlich den Blutzucker in der Flüssigkeit des Unterhautgewebes. Den Sensor in den Oberarm einzusetzen ist einfach und schmerzt meistens nicht. Auch bemerkt man ihn beim Tragen kaum. Allerdings musste ich lernen, den Arm auf der Seite, auf der ich ihn trage, von Türzargen und Ähnlichem fernzuhalten. Ein Zusammenstoß reißt den Sensor in der Regel heraus, was zwar nicht wehtut, aber schnell ins Geld geht.

Als der erste Sensor saß und aktiviert war, begann ich zu experimentieren. Ich fand ein paar interessante Muster, die mir halfen, meine Eßgewohnheiten an meinen Biorhythmus anzupassen. Bei mir ist es z.B. so, dass ein spätes Frühstück (nach 9 Uhr) zu weniger hohen Ausschlägen auf der Messskala führt als ein frühes Frühstück (gegen 6 Uhr), obwohl ich genau das gleiche esse. Mein Körper kommt auch mit Reis besser klar als mit Nudeln. Und es hat sich herausgestellt, dass es für mich besser ist, das Metformin nach dem Essen zu nehmen als davor.

Natürlich sind diese Ergebnisse nicht allgemeingültig und somit wenig hilfreich für andere. Dennoch war es erleuchtend, die Zusammenhänge zu sehen und besser zu verstehen, was passiert, wenn ich esse. Mit dem Gerät gelang es mir, meinen Langzeitzucker, den HbA1c Wert, zwischen 7.7% und 7.3% zu halten, aber ich verlor nicht weiter an Gewicht.

Dann begannen das Chaos und der Stress (gesundheitliche Probleme in der ganzen Familie) und mein Blutzucker schoss in die Höhe. Ich habe mich in der Zeit so viel bewegt, dass ich nicht wieder zugenommen habe, aber mein Langzeitblutzucker stieg auf 8.4%, so dass mir mein Arzt schon Insulin verschreiben wollte.

Ich habe mich dagegen gewehrt. Aber etwas musste sich verändern. Die Krankheit nur zu überwachen war nicht genug. Das war am Anfang diesen Jahres. Erst eine Buchempfehlung meiner Mentorin Holly Lisle veränderte mein Leben.

So, da jetzt die Ausgangssituation geklärt ist, erzähle ich nächste Woche, womit ich weiter gekommen bin.

 

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Römer in Deutschland 2

Bis an den Rand gefüllt mit Wissenswertem und neuen Ideen fuhren Mein Mann und ich weiter nach Xanthen. Die Altstadt ist sehr hübsch, und es gibt sogar zwei Windmühlen (eine in der Stadt, die andere ein kleines Stück außerhalb). Das Beste war aber der Archäologische Park mit den zum Teil wieder aufgebauten römischen Gebäuden. Gleich hinter dem Eingang ist eine dreidimensionale Karte, die die wieder aufgebauten Gebäude in dunkelgrau und die noch zu untersuchenden Bereiche in hellgrau anzeigt. Auf dem Foto habe ich den Rhein blau eingefärbt, damit man mal sieht, wie dicht er an der Stadt entlang floss. Heute liegt er weiter entfernt, denn in den letzten 1500 Jahren ist er etwas gewandert.

Xanthen wurde als einzige Stadt als Colonia gegründet (alle anderen waren vorher gegründet und erhielten den Titel erst später), was sie zu einer zivilen Stadt mit besonderen Privilegien machte. Sie wurde von Kaiser Trajan entworfen (wahrscheinlich wurden die Entwürfe nur von ihm abgesegnet). Um 275 n.Chr. wurde sie zerstört und aufgegeben. In der Nähe gab es auch ein dauerhaftes Militärlager, das aber im Museumspark nicht im Fokus stand.

Natürlich hatte die Colonia alles, was eine solche Stadt haben musste: ein Colosseum, Tempel, Badehäuser, Wohnhäuser, Verwaltungsgebäude, Abwasserkanäle, Frischwasseraquädukte und so weiter.
Mein Mann und ich waren besonders von dem teilrekonstruierten Colosseum beeindruckt. Wie wunderbar symmetrisch die Unterkonstruktion war … Es war absolut beeindruckend, die Stümpfe der Originalpfeiler zu sehen, die nach über 1500 Jahren immer noch zu einem guten Teil zu sehen waren. Alle andere war über die Jahe von den Menschen abgetagen und in der mittelalterlichen Neugründung verbaut worden.

Es war zwar kein besonders großes Colosseum, aber es gab genug Platz für alle 1500 römischen Bürger. Die sandige Arena war groß genug, um Wildschein- und Bärenkämpfe abzuhalten, aber auch für Gladiatorenkämpfe. Für Pferde- oder Wagenrennen war sie aber zu klein.


Obwohl Gladiatoren überwiegend Sklaven waren, wurden sie oft abgöttisch verehrt. Manchmal wurden sie auch wegen guter Leistungen in der Arena freigelassen. Es gab strenge Regeln, wie die „Spiele“ abzulaufen hatten. Die Bewaffnung und Panzerung war bis zum kleinsten Hosenknopf vorgeschrieben (Achtung Redewendung: Römer kannten keine Knöpfe). Es gab auch strenge Vorschriften, wer gegen wen kämpfen durfte (Bitte etnschuldigt die schlechte Qualität des Fotos. da, wo ich es aufgenommen habe, war es ziemlich dunkel, und das Aufhellen hat die Beschriftungen ziemlich verwaschen. Hier gibt es weitere Informationen über Gladiatoren).

   

Es gab auch mehrere Puppen, die sich gerade als Gladiatoren fertig machten. Aber ich glaube, dass die Proportionen nicht ganz stimmen. Gladiatoren mussten viel muskulöser gewesen sein, denn ihre Ausrüstung war recht schwer UND sie trainierten und kämpften auf Sand (bist du jemals an einem Strand gerannt? Dann weißt du, wie kraftraubend das ist). Die Kämpfe dauerten durchschnittlich nur wenige Minuten, sagte unsere Fremdenführerin.

 

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Meine Erfahrungen mit Diabetes (1)

Vor zwei Jahren diagnostizierte mein Arzt bei mir Diabetes. Wie alle Patienten, bekam ich zunächst Metformin Tabletten, um die hohen Zuckerspitzen im Blut abzufangen und ein Messsystem, bei dem ich gezwungen war, mir mehrfach täglich in den Finger zu stechen. Ich hasste beides. Das Metformin verursachte bei mir Bauchkrämpfe und explosionsartige Darmentleerungen mit Durchfall, und durch das Stechen wurden meine Fingerkuppen so empfindlich, dass ich meine Geschichten nicht mehr gut tippen konnte.

Also suchte ich nach Alternativen. In einem ersten Schritt wechselte ich das Metformin Präparat. Mit Siofor gibt es in Deutschland eine Alternative mit dem gleichen Wirkstoff, aber anderen Zusatzstoffen. Das hat doch sehr geholfen, obwohl ich immer noch von Zeit zu Zeit Durchfall habe.

Als nächstes informierte ich mich intensiv über Diabetes und was man dagegen tun könnte. Die einhellige Meinung schien zu sein: ‚wenn man es erst einmal hat, wird man es nie wieder los‘ und ‚wenn du erst anfängst, Insulin zu spritzen, wirst du immer fetter, also vermeide das, so lange du kannst.‘ Allerdings gab es kaum Rat dafür wie man die Insulinbehandlung hinauszögern kann. Die einzigen Strategien schienen zu sein: ‚iss keinen Zucker‘ und ‚verliere an Gewicht‘.

Nun, wie dir jeder erzählen kann, der schon mal versucht hat abzunehmen oder komplett auf Zucker zu verzichten, ist beides nahezu unmöglich. Trotzdem gelang es mir in dem auf die Diagnose folgenden Jahr, durch regelmäßigen Sport und Halbierung der täglichen Kalorienzahl etwas mehr als 10kg abzunehmen. Anschließend hielt ich mein Gewicht durch ständige Überwachung dessen, was ich aß, wie viel ich aß und durch Bewegung.

Ich sag dir, das war ein Albtaum. Ich konnte die ganze Zeit kaum an etwas anderes denken als an Essen. Der Sport machte überhaupt keine Freude und ich kämpfte dagegen an, ständig übel gelaunt zu sein. Auch verbesserten sich meine Zuckerwerte kaum. Der Langzeitzucker und der morgendliche Nüchternzucker waren immer noch viel zu hoch.

In den nächsten Wochen erzähle ich, was ich alles verändert habe, um da zu landen, wo ich jetzt bin (mit relativ guten Zuckerwerten und einem weiteren Gewichtsverlust). Anschließend teile ich wöchentlich meine Erfolge und Rückschläge, bis ich meine Diabetes ganz besiegt habe. Ich würde mich freuen, wenn du mich auf dem Weg begleitest.

 

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Römer in Deutschland

Vor etwa zehn Jahren entdecke man ein römisch-germanisches Schlachtfeld keine 20 Minuten mit dem Auto von dort, wo ich wohne. Zunächst wurde es geheim gehalten, um unrechtmäßige Grabungen zu verhindern, aber letztendlich musste die Wahrheit doch heraus. Und sie war eine Sensation.

Bis zur Entdeckung des Schlachtfelds waren Archäologen davon ausgegangen, dass nach der Varusschlacht (9 n. Chr.) keine römische Armee mehr nennenswerte Strecken in Germanien zurückgelegt hat. Doch die gefundenen Münzen datierten die Fundstelle auf 235/236 n. Chr. Es wurde später entdeckt, dass ein Übersetzer der antiken Texte, die behaupteten, Maximinus Thrax wäre mit seiner Armee bis an die Elbe gezogen, als Übertreibung angesehen hatte und die Entfernungen großzügig nach unten angepasst hat (um mehrere hundert Kilometer).

Mein Mann und ich waren von Anfang an fasziniert und besuchten Informationsveranstaltungen, die bisher einzige Ausstellung der Originalfunde und (natürlich) mehrere geführte Touren über das Harzhorn (immer lohnenswert, wenn man in der Nähe ist). Als wir also vor der „schweren Wahl“ standen, was wir in unserem ersten kinderfreien Urlaub sei Jahren machen wollten, war „Römer in Deutschland“ eigentlich selbstverständlich.

Übrigens öffnet ein Klick auf die Fotos die vollständige Größe.

Wir fingen in Haltern am See im LWL Römermuseum an. Das ist kein besonders großes Museum, aber die Leitung hat sich besonders viel Mühe damit gegeben. Die Ausstellungsstücke waren für alle Altersgruppen interessant und umsichtig ausgewählt. Es gab viele tolle Dinge für Kinder zu sehen und zu tun (wie z.B. das Dorf von Asterix & Obelix), aber auch interessante Sichtweisen für Jugendliche und Erwachsene (Dioramen und ein echter Brennofen für Tonwaren, siehe unten).

Haltern war ein wichtiger Militärstützpunkt, an dem Boote Versorgungsgüter, die über die Lippe angeliefert wurden, auf kleinere Schiffe zur Versorgung anderer Militärlager umgeladen wurden. Deshalb hatte die römische Armee den Stützpunkt mit einem sogenannten Kastell befestigt. Sie handelten übrigens auch mit der lokalen Bevölkerung (hauptsächlich frisches Obst und Gemüse, blonde Haare, Schnitzereien und Felle).

   

Besonders beeindruckend war auch die Länge des Zuges von Varus Legionen aus Playmobil. Es kamen jeweils zehn zelttragende Esel auf eine Centurie. Die Reihe der kleinen Figuren ging einmal rund um den Raum und noch ein Stück diagonal hinein. Die Leute am Anfang des Zuges haben vermutlich gar nicht mitbekommen, was hinter ihnen los war. Das hat sicherlich dazu beigetragen, dass Arminius die Schlacht gewonnen hat. Ein wirklich interessantes Museum, dass mein Mann und ich schon ein paar Mal zu dem Thema besucht haben, ist in Kalkriese bei Osnabrück. Die Wissenschaftler sind sich ziemlich sicher, dass sie dort den tatsächlichen Ort eines Teils der Varusschlacht gefunden haben. Das Museum ist sehr schön und interaktiv gestaltet.

Die Zelte teilten sich je sechs römische Soldaten, wenn die Armee auf dem Marsch war. Lebten sie in einem Kastell, teilten sie sich einen kaum größeren Raum in einer Baracke (die haben wir am nächsten Tag in Xanthen gesehen). Jeden Tag mussten sie das Lager neue aufbauen, einen Graben ausheben, einen Wall aufschütten und eine Holzpalisade aufstellen, Latrinen graben, ihre Zelte aufstellen und sich selbst versorgen. Morgends musste dann alles wieder zurückgebaut werden und Graben und Latrine wieder zugeschaufelt werden. Jeder Soldat trug etwa 14kg Gepäck und dasselbe noch einmal in Form von Schutz (Helm, Kettenhemd usw). Die Jungs hatten vermutlich kräftigere Muskeln als ein heutiger Body Builder, und waren mit Sciherhheit wesentlich wendiger und schneller. Mein Mann ist kein Schwächling, aber er war froh, als er das Gepäc wieder absetzen durfte (übrigens, erkennst du den Unterschied zwischen dem Marschgepäck von früher [Rückentrage] und heute [Hosentasche]? :D).

Mich haben besonders die zarten Glasfragmente überrascht und begeistert. Ich wusste zwar, dass Römer bereits Glas herstellen konnten (das alein ist schon beeindruckend, wenn man bedenkt, dass sie in der frühen Eisenzeit lebten). Mir war allerdings ncht klar gewesen, wie bunt die Gläser sein konnten. Von den Stücken, die ich bisher gesehen hatte, war ich (voreilig) davon ausgegangen, dass sie matt und üblichweise farblos, grau oder bräunlich waren. Aber das stimmt nicht. Bestaunt doch auch einmal die irren Farben der Scherben… Römer hatten anscheinen ein Faible für bunte Farben (dafür sahen wir später weitere Beweise).

Aber das Highlight des Museums stand auf einem separaten Gelände nur wenige Gehminuten entfernt. Dort war ein Stück der ehemaligen Kastellbefestigungsmauer aus Holz und gestampfter Erde aufgebaut worden. Und das war ziemlich beeindruckend. Obwohl es nur ein kleiner Ausschnitt der Mauer war, die das ganze Lager umgab, fühlte ich mich unbedeutend und klein. Allein der Gedanke, wie sich wohl ein germanischer Bauer aus einem Dorf mit 3-6 Häusern und kaum Zäunen (wenn, dann um Tiere aus dem Garten fern zu halten) gefühlt haben muss, der  das erste Mal Lebensmittel an die Römer auslieferte, hat eine ganze Reihe neuer Ideen für Geschichten ausgelöst. Das Kastell muss auf die Bevölkerung vor Ort ziemlich einschüchternd gewirkt haben (obwohl sie vermutlich lieber gestorben wäre, als das zuzugeben).

 

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