Veröffentlichung!

Themenmonat August: Lieblingszitat

Ich habe einige Lieblingszitate, aber nur zwei beeinflussen mein Leben stark. Das erste bezieht sich auf mein Schreiben und ich habe es bestimmt eine Millionen mal aus verschiedensten Mündern in unterschiedlichsten Formulierungen gehört, bevor es in meinem Herzen angekommen ist. Die Aussage ist:
„Rohfassungen (einer Geschichte) sind immer schei… ähm Mist!“ (wir wollen hier ja nicht vulgär werden)

GedankenspieleUm meinen ersten veröffentlichten Roman zu schreiben brauchte ich viele, viele Jahre. Das war natürlich zum Teil bedingt durch die nötige Recherche, immerhin war es ein historischer Roman, aber ein ziemlicher Anteil war auch Lampenfieber. Mein Perfektionismus ließ das Projekt immer wieder ins Stocken geraten. So war das Schreiben der Rohfassung ein schwieriger Prozess, denn ich wollte unbedingt das bestmögliche Manuskript abliefern.

Das will ich auch heute noch, aber ich versuche nicht mehr, dies in der Rohfassung zu erreichen. Ich tippe die Geschichte zügig in den Computer, ohne zu viel darüber nachzudenken, und dann arbeite ich alles noch einmal durch, um die Vision zu bekommen, die ich von Anfang an im Kopf hatte. Diese Änderung der Arbeitsweise hat mich befreit. Ich schreibe jetzt wesentlich schneller ohne dabei auf die Qualität zu verzichten, die mir wichtig ist.

Das zweite Zitat ist von meiner Urgroßmutter, die starb als ich zehn war. Sie war ziemlich dement und konnte sich kaum an Dinge erinnern, die gerade erst passiert waren (wie z.B. ein Sturz die Treppe hinter in der Nacht oder wie lange die letzte Mahlzeit her war), aber sie war eine zufriedene Frau mit Prinzipien. Sie sagte mir oft, dass man jede Situation (und alles andere auch) immer solange gründlich betrachten solle, bis man die gute Seite gefunden habe. Ihr Motto war:
„Es ist nichts so schlecht wie irgend gut für!“

Das wurde auch mein Lebensmotto. Als Kind habe ich mich regelrecht darauf trainiert, die gute Seite zu finden. Mittlerweile entdecke ich sie automatisch, ohne lange darüber nachdenken zu müssen, was mir dabei hilft, mit den schlimmen Dingen fertig zu werden, die in der Welt passieren: dem Egoismus der Menschheit, der absichtlichen Ignoranz mächtiger Personen, der achtlosen Brutalität und gierigen Zerstörung. Ohne die Worte meiner Urgroßmutter und meine Umsetzung davon wäre ich längst depressiv geworden, denn die Welt ist nicht fair. Sie war es nie und wird es nie sein.

Doch selbst im größten Unglück kann man ein Körnchen Schönheit finden, wenn man nur genau genug hinsieht. Selbst wenn einem das nicht hilft, die Auswirkungen des Unheils sofort zu lindern, kann es einem die Kraft geben, die man braucht, um die Welt um sich herum ein winzig kleines Bisschen besser zu machen.
Das ist es, nach dem ich strebe, mit meinem Leben und meinem Schreiben. Danke, Uromi!

 

Zum WIP:
Der Roman wächst zwar langsam, aber er wächst. Mein Enkel hält mich ganz schön auf Trab und auch die Veröffentlichungen brauchen ihre Zeit. Wer in der Zwischenzeit etwas von mir lesen möchte kann sich ja eines meiner älteren Bücher schnappen. Im Moment gehe ich „Victors Wut“ noch einmal durch. Die englische Neuauflage geht heute an den Start (mit neuem Titelbild, sprachlich überarbeitet und mit erweitertem Anhang), die deutsche Neuauflage folgt demnächst.

 

Veröffentlichungen:

Vielleicht interessiert euch ja auch mein Zeitreise Romantasy „Jahrhundertschwestern“, den ich letzten Monat unter meinem neuen Pseudonym „Leonie Joy“ veröffentlicht habe. Wenn ihr diese Novelle lesen möchtet, findet ihr die Links zu den Verkaufsplattformen hier. Greift zu.

 

Klappentext:
Zwei Jahrhunderte, zwei Freundinnen, ein Traum …

Heathers Freundin Catriona starb bereits vor vielen Jahren und doch treffen sich die Mädchen regelmäßig.

Catrionas Leben ist geprägt von harter Arbeit auf dem Lande, und Heather lebt im goldenen Käfig. Sie leidet unter den Ansprüchen ihrer ambitionierten, wohlhabenden Eltern.

Als sich die beiden in Männer aus der falschen Epoche verlieben, müssen sie die Zeit selbst bezwingen. Kann ihnen das gelingen?

 

Wollt ihr mal beim Amazon reinlesen?

#faktastischeraugust #faktastisches2020 #faktastischdurchdasjahr #wirsindfaktastisch

 

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Themenmonat Juli: Happy End –
muss es immer eins geben?

Eigentlich gibt es nur ein Genre, in dem auf ein Happy End nicht verzichtet werden kann. Und das ist Romance. In allen anderen Genres ist es nicht zwingend notwendig. Nun ist die Frage aber vermutlich, ob für mich ein Happy End absolut unumgänglich ist.

Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Natürlich mag ich es gerne, wenn ich ein fröhliches Ende schreiben kann, bei dem alle Beteiligten zumindest für den Augenblick glücklich und zufrieden leben. Aber in manchen Geschichten passt das einfach nicht.

So muss zum Beispiel in einer meiner Geschichten die Hauptfigur am Ende mit dem Verlust eines engen Freundes fertig werden. Bei so etwas hüpft man hinterher natürlich nicht voll Freude durch die Gegend. Deshalb schrieb ich ein Ende mit Hoffnung, um zu zeigen, dass sie heilt.

Was ich aber gar nicht mag, ist, wenn das Ende total traurig, depressiv und düster ist. Selbst in der schlimmsten Situation gibt es immer noch einen kleinen Hoffnungsschimmer. Oder sollte es zumindest geben. Meiner Meinung nach.

Daher findet man in meinen Geschichten keine Enden, die komplett frei von Hoffnung sind, außer vielleicht in der einen oder anderen Dark Fantasy Kurzgeschichte.

 

Zum WIP:
Nach der Zwangspause durch Corona, bin ich endlich wieder am Schreiben (der Enkel geht jetzt wieder in den Kindergarten). Ich komme gut voran. Außerdem habe ich endlich meine Webseiten auf Vordermann gebracht, meine neu veröffentlichten Bücher eingepflegt und auf der Verlagshomepage die Autoren der neuesten Veröffentlichung angelegt. Ich bin ganz zufrieden damit, wie es diesen Monat gelaufen ist.

 

Veröffentlichungen:
Kurzfristige Änderung!

Die ursprünglich für den 19. Juli geplante Veröffentlichung von „Victors Wut“ verzögert sich aus persönlichen Gründen um einen Monat. Stattdessen wird zu diesem Zeitpunkt endlich die lange erwartete Zeitreise Romantasy „Jahrhundertschwestern“ erscheinen.

Das neue Pseudonym „Leonie Joy“ ist von jetzt an der Name, unter dem ich meine Romantasy-Geschichten veröffentlichen werde.

Wenn ihr diese Novelle lesen möchtet, findet ihr die Links zu den Verkaufsplattformen ab dem 19. Juli hier. Greift zu.

 

Klappentext:
Zwei Jahrhunderte, zwei Freundinnen, ein Traum …

Heathers Freundin Catriona starb bereits vor vielen Jahren und doch treffen sich die Mädchen regelmäßig.

Catrionas Leben ist geprägt von harter Arbeit auf dem Lande, und Heather lebt im goldenen Käfig. Sie leidet unter den Ansprüchen ihrer ambitionierten, wohlhabenden Eltern.

Als sich die beiden in Männer aus der falschen Epoche verlieben, müssen sie die Zeit selbst bezwingen. Kann ihnen das gelingen?

 

Die große Ankündigung des letzten Monats war die Veröffentlichung des Buches „Das geheime Leben der Fabelwesen 1: Meerjungfrauen“. Darin gibt es dreißig sehr unterschiedliche Kurzgeschichten zum Thema. Es ist ein Ritt durch viele Genres, von Science Fiction und Fantasy bis zu Geschichten aus der realen Welt. Der Schwerpunkt liegt aber eindeutig im Phantastischen. Die bisherigen Beurteilungen sind bisher durch die Bank weg gut.

Das eBook ist bereits überall erhältlich, Erscheinungstermin des Taschenbuchs ist der 17. Juli 2020 und bei mir persönlich gibt es noch einige, wenige Exemplare des Festeinbands, den ich als Sonderbestellung für die Autor*innen gemacht habe. Greift zu, solange der Vorrat reicht.

Wollt ihr mal reingucken (wir können durchaus noch Verkäufe brauchen)?

#faktastischerjuli #faktastisches2020 #faktastischdurchdasjahr #wirsindfaktastisch

 

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Themenmonat Juni:
Charaktere, die im Kopf bleiben

Ich glaube, dass das Dasein als Künster – ganz gleich ob mit Worten oder anderen Medien – die einzige sozial akzeptierte Form des Wahnsinns ist. Einige riechen Farben, schmecken Töne oder spüren Formen, die es (noch) nicht gibt. Ich höre die Stimmen meiner Romanfiguren in meinem Kopf.

Manchmal sind diese Stimmen so eindringlich, dass sie anstrengend werden. Meine Familie ist manchmal recht generft, wenn es so aussieht als würde ich sie ignorieren, nur weil ein Schreihals in meinem Kopf alles andere übertönt. Ich habe zwar gelernt, bei meiner Familie nachzufragen, was sie von mir wollen, aber manchmal bemerke ich nicht, dass sie mich brauchen.

Das Problem verstärkt sich, wenn ich wegen widriger Umstände nicht schreiben kann. Während der COVID-19 Pandemie lebt mein wunderbarer Enkel bei uns und wirbelt unser ganzes Leben durcheinander. Er ist auch der Grund, warum ich kaum noch schreiben kann. Es ist schwierig, sich zu konzentrieren, wenn ein Dreijähriger meint, die Matratze seines Bettes anmalen zu müssen, oder einen Spielzeughubschrauber um meinen Kopf fliegen lässt.

Das gefällt den Figuren in meinem Kopf natürlich gar nicht. Sie wollen geschrieben werden, und zwar sofort. Um sie davon abzuhalten, mich die Wände hochgehen zu lassen, helfe ich mir mit Flash Fiction (Mini-Geschichten) und Kurzgeschichten., die ich früh morgens schreibe, wenn mein Enkel noch schläft. Den Rest des Tages nutze ich dann dafür, meine Veröffentlichungen voranzubringen, denn das ist etwas, das ich auch mit meinem Enkel und den Schreihälsen in meinem Kopf schaffe.

Die gute Nachricht (für die Charaktere in meinem Kopf genauso wie für meine Leser*innen) ist, dass mein Enkel in vierzehn Tagen endlich wieder in den Kindergarten gehen darf. Dann habe ich die nötige Ruhe, um die lautesten Schreihälse aus meinen Gedanken auf Papier zu bannen. Ich hoffe nur, dass diese Figuren dann in euren Köpfen ebenso hängen bleiben. Ich werde mir jedenfalls größte Mühe geben. 😀

Zu meinem derzeitigen Romanprojekt: Mir kribbelt es in den Fingern es so schnell wie möglich niederzuschreiben, sobald ich die nötige Ruhe dafür finde. Leider bin ich keine 15 mehr, wo ich in den Pausen meine Hausaufgaben machen konnte, während die anderen über mich hinweg Fußball spielten.

Und nun zur Veröffentlichung des Monats, unsere Meerjungfrauen:
 

 
Das Meer … unendliche Weiten …
in denen es noch so viel zu entdecken gibt!

Menschenähnliche Wesen, die am und im Wasser leben, faszinieren uns schon seit Jahrhunderten. Zahlreiche Legenden und Mythen ranken sich um Meerjungfrauen. Doch wer weiß schon, wie sie zu dem wurden, was sie sind? Und wer könnte erklären, was genau sie sind.

Sind es menschenfressende Sirenen oder eine vom Aussterben bedrohe Spezies? Fische, geerbt oder gejagt, oder doch eher Menschen? Sind wir gar miteinander verwandt? Es wäre auch vorstellbar, dass Meermenschen auf anderen Planeten leben, bis sich ein Außermeerischer zu ihnen verirrt. Auch Menschen wie du und ich könnten Meerjungfrauen sein.

Entdecke in 30 Kurzgeschichten, wie vielseitig diese Fabelwesen sind.

Das sind volle 408 Seiten zum Einführungspreis von nur 3,99€ erhältlich bei Amazon und Weltbild (die anderen Läden brauchen mal wieder länger, um den Link einzupflegen). Am 1. Juli steigt der Preis.
Und auch auf Lovelybooks und Goodreads ist das Buch bereits gelistet, falls jemand die Lust verspürt, eine Rezension zu hinterlassen (oh ja, bitte, bitte *plinkertmitdenAugen*).
Na los, auf zu eurem Lieblingsladen und vorbestellen. Ich verspreche euch, dass es sich lohnt. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

#faktastischerjuni #faktastisches2020 #faktastischdurchdasjahr #wirsindfaktastisch

 

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Themenmonat Mai:
Herzensbuch

Von den Büchern, die ich geschrieben habe ist “Das kleine Gespenst Bodo und der Brief” dasjenige, das mir am meisten am herzen liegt. Im Moment übersetze ich es gerade ins Englische, da es bisher nur auf Deutsch existiert.
Ich habe es für meine jüngste Tochter geschrieben, die nicht so gut lesen kann wie andere Kinder ihres Alters, die aber auch ein Buch von ihrer Mama haben wollte. Also habe ich mit ihrer Lehrerin daran gearbeitet, um das Buch so zu gestalten, dass sie es verstehen kann, dass es aber auch nicht zu leicht ist. Sie liest auf dem Niveau der zweiten Kasse, wodurch das Buch für Leseanfänger sehr geeignet ist.

Es erzählt von einem kleinen Gespenst, dessen große Schwester nach Beendigung der Schule wieder nach Hause kommt. Bei der Willkommensfeier führen alle ihre Tricks vor, nur Bodo kann nichts. Natürlich muss er schnell etwas lernen, was aber für Gespenster gar nicht so einfach ist. Zum Glück hat eine sehr talentierte Illustratorin das Buch mit vielen schönen Bildern ausgestattet. Ich liebe es sehr.

Das andere, wofür ihr euch vielleicht interessiert sind meine Veröffentlichungen und mein derzeitiges Schreibprojekt. Zum Schreiben komme ich derzeit leider kaum, weil auf die Ausschreibung meines Mini-Verlags 176 Kurzgeschichten eingesendet wurden. Es dauerte ewig, sie alle zu lesen und zu entscheiden, welche wir nehmen.

Immerhin habe ich mit einigen Freunden aus Holly Lisle’s Forum eine Sammlung kurzer, humoröser Kurzgeschichten veröffentlicht, damit ihr in Zeiten der Corona etwas zum Schmunzeln habt. Das BUch “Now You Are in Trouble! or Where did all the Toilet Paper go?” gibt es nur als eBook, dafür ist es komplett kostenlos. Hol es dir!
 

Don’t panic. Fifteen funny stories to get you through the pandemic. Because laughter is infectious.
Stories by James Husum, Bill Bush, Nic Steven, Elizabeth McCleary, Gregg I. Veg, Sarah Neuen, Sabrina Rosen, Vanessa Wells, Juneta Key, Jemma Weir, VS Stark, and Katharina Gerlach
 
Mir fällt regelmäßiges Bloggen schwer, weil ich nicht weiß, was euch interessiert. Daher bin ich immer offen für Vorschläge. Gibt es etwas, über das ich mal schreiben sollte? Hinterlasst mir eure Fragen und Themenwünsche in den Kommentaren und ich werde mein Bestes geben.

#faktastischermai #faktastisches2020 #faktastischdurchdasjahr #wirsindfaktastisch

 

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Storytime Bloghop April
(kostenlose Geschichte)

Ich habe es geschafft. Der erste Band mit Kurzgeschichten dieses Jahr ist raus, wenn auch nur auf Englisch (die Deutschen muss ich in aller Ruhe noch übersetzen). Diese Sammlung dreht sich um Portale. Wer gut Englisch kann und sich dafür interessiert, sollte mit der kleinen Flagge ganz oben mal zu meiner Englischen Seite wechseln. Da gibt es mehr Informationen.

Nun aber zu der kostenlosen Flash Fiction Geschichte über eine ziemlich verwirrte alte Frau, die ich für den vierteljährlichen Storytime Bloghop geschrieben habe. Hoffentlich gefällt sie euch (vergesst nicht, die anderen Teilnehmer zu besuchen, falls ihr einigermaßen Englisch versteht. Das lohnt sich eigentlich immer).

 

Familientreffen

Der Tag verebbte und es wurde Nacht. Ohne Mondlicht war es so dunkel im Haus, dass Jane nicht sehen konnte, wo sie war. Sie hatte nur ein vages Gefühl von Alter und viel Platz. Staubkörnchen schwebten in der Luft, die sie mehr roch als sah.

Die ganze Welt schien ein wenig in Schieflage geraten zu sein. Wenn sie versuchte, aus einem Fenster zu sehen, bewegten sich die Vorhänge nur, wenn sie ihre ganze Kraft einsetzte. Und wenn sie sich in der Küche ein paar Eier braten wollte, stapelte sich in der Spüle unter dem Fenster jeden Tag anderes Geschirr. So als würde es jemand dort hinlegen, um sie zu ärgern.

Gab es einen Geist im Haus? Ihr fiel ein, dass ihr ihre Oma – vor Ewigkeiten, als Jane noch jung gewesen war – oft mit gedämpfter Stimme von dem jungen, gutausehenden Prinzen erzählt hatte, der in diesem Hause ermordet worden war und es nun heimsuchte.

Jane schüttelte den Kopf. Es gab keine Gespenster. Denn wenn sie sich irrte und es den Prinzen doch gab, hätte sie ihn doch längst bemerken müssen, oder? Immerhin lebte sie schon seit ihrer Hochzeit vor fünfundsechzig Jahren hier.

Sie tastete sich ins Wohnzimmer vor. Dort hing eines dieser großen, modernen Fernsehgeräte an der Wand. Sie konnte sich nicht daran erinnern, es gekauft zu haben, aber wo es schon einmal da war, konnte sie es auch benutzen. Das Wohnzimmer roch nach abgestandenem Bier, und sie rümpfte die Nase. Wollte sie jemand absichtlich wütend machen? Aber wer nur?

Sie hatte keinen Untermieter, obwohl ihr Katie das schon oft vorgeschlagen hatte. Vielleicht hatte ihre Tochter recht. Das Haus war wirklich ziemlich groß für nur eine Person.

Aber sie war noch nicht bereit, das Leben aufzugeben, das sie so viele Jahre geführt hatte. Die Erinnerung an Todds Tod trieb ihr immer noch die Tränen in die Augen. Die klebrige Nässe schmeckte nach Salz, was sie an die vielen Male erinnerte an denen sie mit ihrer Tochter ans Meer gefahren waren. Das waren Zeiten … Sie seufzte, und es lag eine ganze Menge Sehnsucht in diesem Laut.

Wenn nur ihr Tag-Nach-Rhythmus wieder besser werden würde. Die Pillen, die sie schluckte, halfen gar nicht. Sie schlief immer noch bei Sonnenaufgang ein und verlor sich den größten Teil des Tages in wirren Träumen, bevor sie mit Beginn der Abenddämmerung wieder erwachte. Wenn sie das nur wieder hinkriegen könnte, müsste sie sich nicht immer so auf Katie verlassen.

Armes Kind. Sie ging zum Kamin und betrachtete Katies Schulabschlussfoto. Wie groß die Kleine doch geworden war. Jane runzelte die Stirn. Sie musste wirklich mal ein Wort mit der Zugehfrau wechseln. Schließlich bezahlte sie nicht für Spinnweben und Staub.

Die altmodische Standuhr im Flur schlug melodisch die volle Stunde. Jane liebte diese Uhr. Sie war ein Hochzeitsgeschenk ihrer Eltern gewesen. Automatisch zählte sie die Schläge.

Neun, zehn, elf … zwölf. Mittag! Ein Lächeln zupfte an ihren Mundwinkeln. Todd würde jede Minute nach Hause kommen. Sie musste ihm das Mittagessen richten.

Mit federnden Schritten eilte sie in die Küche – war es etwa schon Winter? Es war ja so dunkel – schnappte sich eine Pfanne, die Ölflasche und Eier, stellte alles zurecht und schaltete den Herd an.

Jemand schnappte hörbar nach Luft.

„Seht ihr, ich habe es ja gesagt.“ Obwohl die Person flüsterte, erkannte Jane die Stimme. Sie stemmte die Hände in die Hüften.

„Katie Johanna Louise Hawkins. Komm raus, wo auch immer du dich versteckt hältst. Das ist alles andere als höflich, und könnte deinen Vater zu Tode erschrecken. Du weißt doch, wie schlimm es in letzter Zeit um sein Herz steht.“

Katie stand auf der anderen Seite des Küchentisches auf, nur schwach beleuchtet von dem wenigen Licht der Straßenlaterne vor dem Küchenfenster, das die Vorhänge hindurchließen. Ein schlanker Junge, der genau so aussah wie Todd in jungen Jahren, klammerte sich an ihren Arm, und ein dunkelhaariges Mädchen versteckte sich halb hinter ihr.

Jane runzelte die Stirn. Da waren graue Strähnen in den braunen Locken ihrer Tochter. Aber … aber … sie hatte doch erst vor wenigen Wochen das Studium abgeschlossen. Oder nicht? Und wer waren diese Teenager?

„Mom?“ Katies Augen waren größer als Jane sie je gesehen hatte. Die arme Kleine. Immer noch so schreckhaft wie ein Hase.

„Ach Liebes, es tu mir leid. Ich wollte dich nicht erschrecken.“ Sie lächelte beruhigend und breitete einladend die Arme aus.

„Aber du bist …“ Katie und die Teenager traten einen Schritt zurück. Alle drei wurden sehr blass, als Jane ihnen folgte. Ihre Blicke klebten an Janes Bauch. Jane sah an sich herab und erblasste ebenfalls. Sie stand direkt in der Mitte des Küchentischs. Wie hatte sie das gemacht?

Aber sie wusste die Antwort.

Auf einen Schlag war alles wieder da: der kurze, scharfe Schmerz in ihrer Brust, das Weinen von Katie und ihren Kindern, der betäubende Geruch weißer Lilien, und die Tatsache, dass sie neben ihrem Körper gestanden und zugesehen hatte, wie sie der Bestatter nach der Totenwache abgeholt hatte.

Schwere Stiefel polterten auf dem Steinboden des Flurs vom Hintereingang. Katie und die Teenager wurden noch blasser, sie wirkten wie Leichen, und wichen der Tür aus. Diese schwang mit einer Kraft auf, die Jane nur zu gut kannte.

„Liebling!“ Todd öffnete seine Arme weit. Er war so stark, seine Schultern so breit und der Geruch von Leder und Tabak so intensiv, dass sie beinahe vor Freude geweint hätte. Und seine Stimme … seine Stimme ließ immer noch fröhliche Schauer über ihren Rücken tanzen. „Ich habe dich seit deinem Tod überall gesucht.“

„Ich glaube, ich hatte mich ein wenig verloren“, sagte Jane und warf sich in seine Arme. Verschwunden waren die Jahre, die Lücken in ihrer Erinnerung und die Pfunde, die sie im Leben dazugewonnen hatte. Sie fühlte sich wieder jung.

Den Schlag der Standuhr zur vollen Stunde hörte sie nicht mehr.

 

Wenn euch die Geschichte gefallen hat oder ihr sonstwas loswerden wollt, hinterlasst mir gerne einen Kommentar. Ich werde schnellstmöglich antworten. In der Zwischenzeit lege ich euch die Geschichten der anderen Bloghop Teilnehmer ans Herz:

Better Off Alone by VS Stark
A Day In The Life by James Husum
Nothing To Show by Elizabeth McCleary
Super Grammy (Radioactive Breakfast Cereal) by Vanessa Wells
Bone Killer by Juneta Key
One More Time by Karen Lynn
Trail Of Carnage by Jemma Weir
A Phoenix In Hell by Sabrina Rosen
Friends Of The Deep by G. Craddock
Collateral Damage by Nic Steven
A Ghost’s Life by Barbara Lund
A Startling Revelation by Bill Bush
A Hiding Place by Gina Fabio

 

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Hach, ganz vergessen!

Nur eine ganz, ganz kurze Meldung:
Der letzte Band meiner High School Drachen ist jetzt endlich beim großen A verfügbar. Die anderen Shops kommen, so bald ich die Zeit dazu finde. Mit meinem kleinen En(g)kel ist das gar nicht so einfach. 😀

Hier habt ihr: Feuerkrone (eine erste Rezi hat es auch schon, yay!)

 
 

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Update für High School Drachen 3

Ich weiß, dass ihr alle geduldig gewartet habt, und das finde ich toll (auch wenn es mir leid tut). Ich wollte das Buch eigentlich schon am Anfang diesen Jahres herausbringen, aber das hat nicht geklappt (die Gründe stehen in früheren Posts).

Aber jetzt kann ich endlich wieder sitzen. Während der Zeit, die ich auf dem Bauch liegend verbrachte (also etwa von Mai bis jetzt), habe ich die vorhandenen Kapitel bereits mit Hilfe von Diktiersoftware übersetzt. Das hat prima geklappt, aber das Überarbeiten geht nicht so gut mit Dikieren. Zu viel hin und her. 😀

Nachdem ich im letzten November gezwungen war, mit dem Schreiben der Rohfassung aufzuhören, habe ich die noch fehlenden Szenen (ca. 7 – 8 insgesamt) in wenigen Sätzen zusammengefasst, um nicht zu vergessen, was ich schreiben wollte. Jetzt tue ich einfach so, als hätte ich sie bereits fertig geschrieben, und wühle mich durch die Überarbeitung. Selbstverständlich nutze ich dafür meine an mich angepasste Version von How To Revise Your Novel, denn dieses Buch ist ein ziemliches Wrack (ungeschriebene Szenen, fehlende Hinweise, die für das Ende nötig sind, eine überflüssige Figur und mehr).

Aber wie euch meine Beta-LeserInnen bestätigen können, bin ich ziemlich schnell, wenn es ums Überarbeiten geht (wenigstens wenn ich mehr oder weniger gesund bin). Also strebe ich eine Veröffentlichung im späten September an. Das ist ein ehrgeizigen Ziel, was aber zu schaffen ist, FALLS mir der sprichwörtliche Murphy nicht wieder Steine in den Weg legt (wie die kaputte Zentralheizung, die heute ersetzt wird – grrr). Also bitte nicht ärgern, wenn es doch noch ein klein wenig später werden sollte. Ich arbeite, so schnell ich kann.

Als Dank für die Geduld zeige ich hier und heute schon einmal das Titelbild. Ich hoffe, ihr mögt es genauso sehr wie ich.

 

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Qindie Titelbild Puzzle

Wie einige vielleicht wissen, bin ich bei Qindie, das Autorenkorrektiv (nicht Kollektiv, obwohl das auch hinkäme) aktiv. Auch dieses Jahr haben wir wieder eine Sammlung dunkler Kurzgeschichten zusammengestellt, die am 07. Oktober in Druck und elektronisch an den Start geht. Um die Neugier auf das Titelbild ein wenig in die Länge zu ziehen, haben wir uns eine Puzzlespiel ausgedacht. Jeden Tag bekommt ihr zwei Puzzelteile, eines vormittags und ein zweites nachmittags. Ich mache den Anfang. Nach mir kommt Jana Oltersdorff. Die ganze Liste sowie den Klappentext des Buches könnt ihr auf der Qindie-Seite nachlesen. Kommt vorbei, es lohnt sich.

Hier ist das erste Puzzelteil:

Puzzelteil #1

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Riesenfehler, mea culpa!!!

Auf der Messe in Leipzig habe ich Promo-Kärtchen verteilt, mit denen meine neueste Veröffentlichung (Feuerküsse) kostenlos als eBook heruntergeladen werden kann. Dabei habe ich offensichtlich übersehen, dass die Links noch gar nicht freigeschaltet gewesen sind.
Ich fühle mich wie der weltgrößte Idiot!
Es tut mir furchtbar leid, falls du davon betroffen bist. Bitte komm ruhig jetzt noch vorbei. Die Links funktionieren jetzt, und ich habe das Enddatum um einen Monat verlängert. Die Möglichkeit die Geschichte über die von mir verteilten Karten zu erhalten verlängert sich also bis Ende Mai.
Verzeihung, Entschuldigung, mea culpa, es tut mir schrecklich Leid. Die einzige Ausrede, die ich dafür habe, ist mein ach so süßer Enk(g)el, der mich täglich von allem abhält, was ich eigentlich machen müsste. Ich hoffe ihr könnt mir verzeihen.

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Storytime Bloghop — New Stork Inc.

Vermisst du die Arbeit nicht?“, fragte ich Melinda.

Ich lebe hier gerne alleine mit dir.“ Meine Tochter legte einen weiteren geflickten Socken beiseite. „Und vergiss nicht, dass uns die Inquisition hier niemals finden wird.“

Ich lächelte sie an, um ihr zu zeigen, wie sehr sich sie liebte, doch insgeheim sehnte ich mich nach etwas mehr, als nur zu überleben. Mit einem Seufzer spann ich weiter.Der regelmäßige Rhythmus und Melindas Atemgeräusche entspannten mich, so dass die innere Unruhe nachließ. Die Ruhe unserer Abendroutine wurde erst unsanft unterbrochen, als etwas Schweres gegen das Fenster unserer kleinen Hütte donnerte. Da es draußen dunkel war, konnten wir nicht erkennen, was es war. Meine Finger hörten automatisch mit dem Spinnen auf und wir hielten beide die Luft an, fürchteten dasselbe. Aber kein Schrei war zu hören, keine Forke oder Fackel zu sehen. Etwas erleichtert, aber immer noch misstrauisch rief ich: „Wer ist da?“

Schon-nnr üfung.“ Die Stimme klang, als würde jemand etwas im Mund halten und versuchen, darum herum zu sprechen. Melinda sah mich an, und ich sah Melinda an.

Ich kenne jemanden, der so spricht“, flüsterte ich. „Aber die Stimme ist anders.“

Wer auch immer vor unserem Haus stand klopfte erneut gegen die dünne Scheibe, die den Wind von uns fern hielt. Wenn sie zerbrach würde der Winter seine eisigen Finger in unser Haus schicken, also stand ich auf, um zu öffnen. Vorher hielt ich aber am Herd und nahm das größte Messer, dass wir besaßen. Ich ließ es in dem Moment fallen, als die Tür aufschwang und den Blick auf einen etwa menschengroßen Drachen mit roten Schuppen freigab, dem ein Stoffbündel aus dem Maul hing. Als er Melinda hinter mir stehen sah, nahm er das Bündel in die Pranken und bewegte die Kiefer von einer Seite zur anderen, um die Muskeln zu lockern.

Ich verstehe nicht, warum der Boss darauf besteht, dass wir sie ihm Maul transportieren sollen“, sagte er und reichte ihr das Bündel. „Sonderlieferung für dich. Die Neu Storch GmBH sendet ihre Glückwünsche. Ein Willkommensbonus ist der Lieferung beigefügt.“

Mit zitternden Fingern öffnete Melinda das Bündel.

Es ist ein Junge“, sagte der Drache unnötigerweise. „Und Windeln sind auch dabei.“

Melindas Gesicht spiegelte den Schock, der mich hatte erstarren lassen. Ich musste mich mehrfach räuspern, bis ich endlich die Sprache wiederfand.

Warum schickt uns Storch ein Baby? Wir haben keines bestellt.“

Neue Regeln.“ Der Drache lächelte und zeigte dabei mehr Zähne als ich im Augenblick vertragen konnte. Ich schluckte, und er lächelte noch breiter. „Wir haben noch ein paar Restposten, die auf die alte Art transportiert werden müssen. Deine Tochter war eine jener Empfängerinnen, die Storch persönlich ausgewählt hat.“

Restposten? Komm herein und erläutere das.“ Ich trat beiseite. Solange ich mich erinnern konnte war ich eine von Storchs Helferinnen gewesen, hatte das Handwerk der Hebamme von meiner Mutter gelernt und an meine Tochter weitergegeben. Dennoch, seit die Inquisition begonnen hatte, Hebammen als Hexen zu verbrennen, waren wir untergetaucht. Bis jetzt mit Erfolg.

Der Drache rollte sich auf dem Flickenteppich in der Nähe des Herds zusammen und genoss die Wärme des Feuers. Er ließ ein paar glückliche Rauchkringel aufsteigen, bevor er sprach.

Storch hat viele seiner Mitarbeiter verloren, als die Inquisition beschloss, dass Auslieferungen durch Störche nicht existierten und dass jeder, der daran glaubte, abergläubisch und somit zu bestrafen sei. Danach fingen Leute an, auf Störche zu schießen. Vermutlich weil sie hungrig waren.“ Er starrte eine Weile in die Flammen, so dass ich das Spinnen wieder aufnahm. Er seufzte zufrieden. „Wie ich schon sagte hat Storch auf diese Art viele Mitarbeiter verloren, also entschloss er sich, den direkten Weg zu wählen, der nicht auf Storchtransporte angewiesen war. Ich hab ihm gehofen, das System zu installieren. Dafür war eine Menge Magie nötig, glaubt mir.“

Direkt?“ Meine Gedanken rasten. „Storchfreie Auslieferung?“

Na ja, die Samen werden bereits geerntet, wenn sie noch im Einzellstadium sind, und ein magischer Schlauch schickt sie auf direktem Weg in den Bauch der Mutter. Es ist ein Wunder. Wirklich.“ Er polierte seine Krallen und sah selbstzufrieden aus. „Und ich spielte eine große Rolle beim Entwickeln dieses Projekts, wenn ich mal so sagen darf.“

Wie konnte Storch Babies direkt zu den Müttern bringen? Noch dazu in ihre Bäuche, wenn ich das recht verstanden hatte. Meine Augen weiteten sich, als ich begriff, was das bedeutete.

Wenn er das Paket in die Mutter hinein schickt, muss es irgendwann ja auch wieder heraus, oder?“

Jup. Und genau darum lädt er dich zu einer Weiterbildung zum Thema ‚Geburt‘ ein. Das ist kurz für ‚Ganzheitlich Erleuchteter Binärer Uterus Radikal Transport‘, dem Namen der neuen Technik. Die Teilnehmerinnen des Kurses müssen das Wissen dann verbreiten.“

Mit einem Mal sah ich mein restliches Leben vor mir – stets unterwegs, um Frauen mit der ‚Geburt‘ zu helfen und Storchs neue Verteilungsmethode im Land zu verbreiten, so gut ich konnte, während ich stets auf der Hut vor der Inquisition sein musste. Ab und an würde ich Melinda besuchen, die hier bleiben musste, um sich um ihren Sohn zu kümmern. Schlagartig war das Leben wieder aufregend.

Hier sind die Links zu den anderen Geschichten dieses Bloghops (wie immer nur auf Englisch):
Pocket Heart by Juneta Key
Oh Baby! by J. Q. Rose
Reflected by Elizabeth McCleary
Veronica by Jessica Kruppa
Last Stop by Erica Damon
Jesse and Tyler by Bill Bush
The Poisoner of Time by Karen Lynn

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