Impressionen von der Messe

Jetzt kommen endlich die Bilder. Zuerst stelle ich das Messegelände vor, ab morgen folgen dann die Cosplayer, und zum Abschluss noch ein paar Berühmtheiten (die manche sicher nicht kennen).

Vor den Toren der Messe fand sich diese wundersame Blume:

die Rose

Sieht klein aus, nicht wahr? Aber hier der Größenvergleich zu einer Besucherin:
die Rose - Größenvergleich

Das Messegelände gliedert sich in die zentrale Glashalle, das Kongresszentrum (links vorne neben der Glashalle), und fünf Hallen, in denen die Stände aufgebaut waren. Die übrigen Gebäude im Vordergrund dienen der Verwaltung. Alles ist mit Glasröhren verbunden. Hier ein Foto vom Modell, dass im Eingangsbereich steht (das Glas vom Displaykasten reflektiert etwas. Besser habe ich es also nicht hinbekommen):
Modell des Geländes der Buchmesse

War man erst einmal drin, fand man das Logo der Messe überall, sogar auf den Treppen (die Gesichter der Besucher habe ich geschwärzt):
die Treppe

Hatte man sich dann bis Halle fünf Stand B302 vorgekämpft, traf man endlich die Qindies (für mich immer wieder der Höhepunkt des Tages):

Der Stand der Qindie-aner!
mit Boris und zwei Autoren

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Der letzte Tag

Bitte entschuldigt die Verspätung dieses Posts. Als ich mich gestern hinsetzte, um ihn zu schreiben, sah ich mich mit über 160 eMails konfrontiert von denen erstaunlicherweise nur ein kleiner Teil Spam war. Außerdem hatte ich vergessen, dass ich mit meiner Ältesten zu einem Vorstellungsgespräch und meiner Mittleren zum Arzt musste. Also habe ich meinen Kinder unterstützt, anstatt zu arbeiten. So ist das Leben. 😉

Nun aber zurück zur Buchmesse. Der letzte Tag war weniger voll als der Samstag. Trotzdem gelang der Messe ein neuer Besucherrekord. Zweihundert und zehntausend Menschen strömten herbei, um die Neuerscheinungen zu sehen. Und während ich so durch die Hallen schlenderte, hatte ich das Gefühl, mindestens ein Drittel davon sei verkleidet gekommen (obwohl das sicher etwas hoch gegriffen ist).

meine FlyerDer Sonntag war auch der beste Tag, um Bücher zu verkaufen, insbesondere da wir ab 15:00 Uhr frei anbieten durften (ohne Abgabe an die Messebuchhandlung). Natürlich konnten wir lange nicht so viel Bücher verkaufen wie wir es gerne getan hätten und schon gar nicht alle, die wir mitgebracht hatten, aber wir verkauften so viele wir konnten. Was wichtiger war, war, dass wir gesehen wurden. Ich, zum Beispiel, habe mehr als 300 kostenlose eBooks (gedruckt und z.T. signiert, siehe Bild) verschenkt. Da die Idee eines gedruckten eBooks ziemlich ungewöhnlich ist, bin ich mir sicher, dass ein Großteil derer, die es mitgenommen haben, das eBook herunterladen und lesen werden. Ich sehe bereits Spitzen in meiner Download Statistik. Hoffentlich greifen die LeserInnen anschließend auch zu meinen anderen Büchern. 😉

Gegen Abend dünnte die Menge aus. Ich sah das beste Cosplay Kostüm aller zeiten (Mononoke Hime aus dem Film Prinzessin Mononoke), konnte aber leider kein Foto machen, da ich meine Kamera am Stand hatte liegen lassen. Seufz… Aber ich halte es in meiner Erinnerung. Es war traumhaft.

Besonders dankbar war ich für meine beiden Qindie-Kollegen, die bis zum Ende blieben, um mir beim Ausräumen des Standes zu helfen. Wir wurden rekordverdächtig schnell fertig, so dass ich zu Hause war, bevor meine Kinder ins Bett mussten. Das war der krönende Abschluss eines gelungenen langen Wochenendes. Hoffentlich können wir das nächstes Jahr wiederholen.

In den nächsten Tagen werde ich hier einige der Cosplayer vorstellen, die ich geknipst habe, um zu zeigen, wie aufwändig die Kostüme zum Teil produziert waren (vieles war selbst gemacht). Außerdem poste ich auch die Bilder vom Stand, von Boris, und von meinen Qindie KollegInnen.

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Erstickungsgefahr

Am dritten Tag der Messe (Samstag) waren so viele Menschen da, dass die Gänge zwischen den Ständen erdrückend voll waren. Manchmal war es unmöglich mehr als einen winzigen Schritt in zwei Minuten zu machen. So habe ich zwei der drei Aktionen verpasst, die ich mir eigentlich hatte ansehen wollen.
Im Gegenzug waren viele Menschen vom Warten so gelangweilt, dass sie sich an unserem Stand in ein Gespräch verwickeln ließen, Flyer und Broschüren mitnahmen oder Bücher kauften. Ich denke dieser Tag war unser erfolgreichster bisher.
An einem Punkt dachte ich, alle meine Flyer wären weg, fand dann aber noch eine Kiste in meinem Auto. Ich war ziemlich erleichtert, dass ich nun doch noch ein paar für den letzten Tag übrig hatte. Ich wünschte mir nur, ich hätte auch noch ein paar Extrafüße im Auto… 😀

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Der zweite Tag flog nur so vorbei

und er war gefüllt mit Hektik. Da mehr Leute da waren als gestern, war es schwieriger, von einem Ort zum nächsten zu gelangen. Trotzdem gelang es mir, zeri Bücher, die ich schon lange besitze vom Autor (Scott MacCloud, Fotos folgen, wenn ich zu Hause bin) signieren zu lassen.
Ich besuchte viele Diskussionen über Marketing, habe aber nichts erfahren, das ich nicht schon vorher wusste. Im Prinzip sagen die meisten Leute nur aus, dass sie keine Ahnung haben, welche Maßnahmen greifen und welche nicht. Außerdem setzt man hier in Deutschland immer noch stark auf traditionelle Marketing-Methoden (Lesungen, Annoncen, usw). Wie jeder Indie weiß, funktionnieren die online eher selten. Als ich Mailing Listen vorschlug, guckten mich die meisten an, als wäre ich bescheuert. 😉
Am besten sind bisher die ganzen Cosplayer. Ihabe ganz traumhafte Kostüme gesehen, dich ich nächste Woche vorstellen werde, soweit ich sie knipsen konnte (wie ich shcon sgte, habe ich ein wichtiges Kabel vergessen).
So, jetzt muss ich aber frühstücken, um genug Kraft für den tag zu haben. Heute ist Samstag und das heißt, es werden noch mehr Menschen kommen als gestern.

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Start der Buchmesse und neue Veröffentlichung

Ich betrat die Messe gestern mit 250 gedruckten eBooks (Foto folgt) zweier Märchenneuerzählungen, die ich verschenken will. Hoffentlich kann ich damit die Nachfrage nach meinen Geschichten etwas ankurbeln.

Bisher war die Buchmesse sehr aufregend. Gestern bin ich sicherlich zahrllose Kilometer gelaufen, um von einem interessanten Ort zum nächsten zu gelangen. Leider fiel mir dabei meine Kamera zweimal runter und das Display bekam einen Riss. Und ich habe natürlich das Kabel vergessen, das ich brauche, um die Fotos hochzuladen. Da müsst ihr euch eben bis Montag gedulden.

Außerdem erscheint heute meine Märchenneuerzählung: Des Königs Mechanikerin. Wer die Schöne und das Biest mag, sollte es sich nicht entgehen lassen.

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Leipziger Buchmesse

Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse wirft ihre Schatten voraus; nächsten Donnerstag geht es schon los. Ich bin bereits im Reisefieber. Die Bücher meiner Mit-Qindie-AutorInnen sind jetzt alle da (soweit ich das überblicke) und warten nur darauf, endlich ins Auto verfrachtet zu werden. Da der Aufbau am Donnerstag bereits um 8:00 Uhr beginnt, muss ich spätestens halb sechs hier losfahren. Da heißt es Mittwoch pünktlich ins Bett zu gehen.

Wer zur Messe in Leipzig ist und mich besuchen will, findet mich in Halle 5 Stand B302 bei den Qindies. Wir haben auch ein Meet und Greet am Samstag, 14. März um 13:15 in der Autorenlounge Halle 5 Raum B413. Wer da ist, ist herzlich eingeladen, vorbeizukommen.

Wenn irgend möglich poste ich hier auf diesem Blog jeden Tag von der Messe. Sollte ich keine Verbindung zum Internet bekommen, schreibe ich hinterher einen langen Bericht. Versprochen. Drückt mir die Daumen, dass das eine erfolgreiche Messe wird.

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Liebster Award

Juneta Key, eine amerikanische Autorin, die ich gut kenne, hat mich für den Liebster Award nominiert. Den habe ich zwar schon einmal bekommen, als ich gerade mit bloggen anfing, aber die Fragen sind interessant, also mache ich nochmal mit.

Hier sind die Regeln (ich hoffe ihr könnt einigermaßen gut Englisch):

Wer ist Dein Lieblingsautor?
Diana Wynne Jones

Wenn Du 3 Wünsche frei hättest, welche wären das?
Gesundheit für meine Famile.
Eine Fernbedienung mit der ich mein Leben pausieren kann, solange ich schreibe.
Mitgefühl und Toleranz für all die Menschen in er Welt, die davon nicht genug haben (ich glaube nämlich, dass unsere Spezies vielleicht doch überlebt, falls wir lernen die anderen Menschen mit mehr Toleranz und Mitgefühl zu betrachten).

Wenn Du eine Rundfahrt nach Irgendwo machen könntest, wohin würdest Du reisen?
Schottland, Kanada, Kamschatka – und ich würde meinen Mann und die Kinder mitnehmen

Würdest Du lieber in der Nähe des Meeres, eines Waldes, der Berge oder einer vierten Option wohnen?
Im Wald – ist das nicht offensichtlich? Ich habe Forstwissenschaften studiert 😀

Welche Musikgenres hörst Du am liebsten?
Klassic, Blues, Rock, und Heavy Metal (ja, ich weiß, dass die Mischung seltsam ist)

Flugzeug, Schiff, Zug oder Auto, womit verreist Du am liebsten?
Verreisen? Warum sollte ich, wenn ich mit meinem Laptop im Garten schreiben und die Sonne genießen kann?

Wohin fliehst Du am liebsten vor dem Alltag?
Ich gehe in mein Büro und tauche in meine Fantasie ein.

Was ist Deine liebste Erinnerung?
Als ich ein kleines Kind von 2 oder 3 Jahren war, brachte mich meine Mutter wie immer ins Bett. Das Einzige, was ich von damals noch weiß, ist, wie mich ihre langen, dunklen Haare an der Wange kitzeln. Es ist eine sehr starke Erinnerung, obwohl der Moment so kurz war.

Hast Du ein Hobbit? Wenn nicht, welches Hobby hättest Du gerne? ROFL @ SELF  okay dieser Tipfehler war zu gut, um ihn zu korrigieren—also los, wer ist dein liebster Hobbit?
Mein Lieblingshobbit… Seufz… Ich wünschte ich hätte mehr Zeit für den kleinen Kerl. 😀
Ich liebe Motorradfahren, konnte es aber in den letzten Jahren nicht oft tun. Zuerst waren die Kinder zu klein, dann hatte ich einen Fehler in der Elektrik, die mein Bruder und ich fast ein ganzes Jahr gesucht haben. Aber jetzt schnurrt die Maschine wieder. Mal sehen, wie viel Freizeit ich mir dieses Jahr nehmen kann.

Was ist das Buch, an das Du Dich am besten erinnerst (oder Film, wenn Du nicht viel liest)?
Keine Ahnung. Dafür habe ich viel zu viele Bücher gelesen, und die meisten stecken immer noch in meinem Kopf.

Würdest Du in 80 Tagen um die Welt reisen, wenn Du könntest?
Solange ich einen Laptop und Zugang zum Internet habe, klar. Warum nicht?

11 random facts (Zufälliges)
i
ch liebe Hunde, aber Katzen mögen mich
ich habe einen Doktortitel in Naturwissenschaften
meine beiden Jüngsten hassen mich (sie sind in der Pubertät 😉 )
ich hasse es, im Haushalt zu arbeiten, aber am meisten hasse ich Wäsche
mein Mann und ich sind dieses Jahr seit 30 Jahren ein Paar
ich ahbe drei neffen, eine Nichte, drei Töchter, einen Ehemann und einen Hund
die meisten Menschen kommen mit mir aus
die, die es nicht tun, wissen nicht, was sie verpassen 😀
ich verliere mich regelmäßig in fremden Welten, aber keine Angst, die Leute dort kennen mich
ich liebe Fantasy (außer die meisten epischen Fantasy Serien, die jetzt gerade In sind)
Mine Muse liebt neues, aber ich zwinge sie, Geschichten zu beenden bevor sie etwas Neues zum Spielen bekommt… manchmal klappt es nicht

Nominations
I werde nur 2 Blogger nominieren, da Juneta die meisten, die ich kenne, schon benannt hat. Außerdem ist die Hälfte der von mir verkündeten Blogger englischsprachig. Schließlich bin ich zweisprachig. 😀

William L. Hahn
Marny Leifers fantastische Bücherwelt
Bitte beantwortet dieselben Fragen, die auch ich beantwortet habe.

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Katastrophen und andere kleinere Ablenkungen

Vielleicht wundert ihr euch, warum ich dieses Jahr so spät mit dem Bloggen anfange. Immerhin ist der Januar so gut wie vorbei. Um die Wahrheit zu sagen, ich hatte einfach keine Lust über die vielen eher langweiligen Dinge zu schreiben, die in letzter Zeit passiert waren. Also entschied ich mich, auf etwas Interessantes zu warten.

Ich hätte es wissen müssen… Da kaum etwas interessanter ist als eine Katastrophe, war es vorhersehbar, dass mich eine erwischen würde. Und so war es auch.

Im Januar schrieb ich die Rohfassung eines eBooks über das manuelle Kodieren von eBooks. Letzte Woche begann ich endlich mit dem Kapitel über Besonderheiten, auf das ich mich schon gefreut hatte. Über drei tage und ein Wochenende schrieb ich mehrere tausend Wörter. Da ich früher programmiert habe, kontrollierte ich sogar, dass mein Backup Programm wie eingestellt anspringen würde, und dachte so könne mir nichts passieren. Pustekuchen!

Als ich am Monday Nachmittag die Datei öffnete, um einen Link hinzuzufügen, den ich im Netz entdeckt hatte, fehlte plötzlich die halbe Datei. Unbekannte Gründe, keine Erklärung. Word war nicht abgestürzt und mein PC auch nicht. Ich verstehe bis jetzt nicht, was genau da passiert ist. Entspannt öffnete ich mein Backup Programm, das am Abend zuvor gelaufen war und suchte die Datei — vergeblich.

Argh… Das war mir seit Jahren nicht mehr passiert. Ich habe sogar ein wenig geweint, weil ich so viel Text verloren hatte. Aber ich habe mich erholt. Bis jetzt habe ich fast alles wieder neu geschrieben, was ich verloren hatte. Mein Dickkopf bestand darauf, dass mich so etwas nicht daran hindern würde, das Manuskript zu vollenden.

Und dann… verlor meine Älteste ihren Ausweis, und ich erkältete mich und musste zum Arzt, und meine anderen beiden haben zwei freie Tage (Zeugnisferien)… Mir kommt es fast so vor, als hätte sich die Welt gegen mich verschworen. 😉

Aber ich werde dieses Manuskript fertig machen, egal was kommt. Es kann aber evtl. länger dauern als geplant. Außerdem ergibt die Anekdote einen netter Blogpost (denke ich).

Und die Moral von der Geschicht?
Niemals aufgeben, sich niemals ergeben!

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Eine Weihnachtsgeschichte

Digital StillCameraHeute bekommt ihr eine Weihnachtsgeschichte von meiner Qindie-Kollegin Cordula Broicher. Bücher waren schon von klein auf ihre Möglichkeit des Rückzugs in eigene Welten, aus denen sie sich auch heute noch manches Mal schwer lösen kann.

Ihre Homepage

 

Luis und der Weihnachtsbaum

Als Luis an diesem Morgen von Mama geweckt wurde, wollte er nicht aufstehen. Im Bett war es so schön warm und kuschelig und draußen war es noch stockdunkel. Nur die Straßenlaternen warfen ihr kühles Licht durch das bunte Transparentpapier der Sterne, die an seinem Fenster klebten. Luis zog sich die Decke über den Kopf und drehte sich noch einmal um.

Kurz darauf zupfte Mama an der Bettdecke. „Luis?“

Ganz dumpf drang ihre Stimme an sein Ohr. „Luis, nun komm, es ist schon nach sieben.“

„Ich bleibe heute zuhause.“

„Geht es dir nicht gut?“ Mama schob die Decke ein stückweit hinunter und legte ihm die Hand auf die Stirn. „Hast du Fieber?“

„Mein Hals kitzelt ganz komisch“, meinte Luis und hustete ein wenig.

„Ach, du Armer“, sagte Mama und setzte sich zu ihm ans Bett. „Wenn du krank bist, kannst du heute Nachmittag ja gar nicht mit in den Wald fahren, um den Tannenbaum auszusuchen.“

Oh, das hatte er ja ganz vergessen. Rasch strampelte er die Decke von den Beinen und sprang aus dem Bett. „Mir geht es schon wieder gut, Mama, ich muss sicher nur etwas trinken.“

„Da bin ich aber erleichtert.“ Mama stand auf und ging hinüber zur Tür. „Zieh dich rasch an und komm frühstücken. Papa und Mariele essen schon.

Eilig schlüpfte Luis in seine Sachen, fegte wie der Wind durchs Badezimmer und saß kurze Zeit später neben seiner Schwester am Frühstückstisch. Mama hatte die Kerzen auf dem Adventskranz angezündet und es gab roten Tee mit Zimt. Der schmeckte schon nach Weihnachten.

„Na, mein Großer“, sagte Papa, „freust du dich schon auf heute Nachmittag?“

„Klar!“ Luis griff nach einer Scheibe Brot und beschmierte sie mit Butter. „Darf ich auch mal die Axt halten?“

„Die Axt trage ich, du bist noch zu klein“, erklärte Mariele.

Luis knuffte sie in die Seite. „Gar nicht wahr! Ich kann schon gut mit Werkzeug umgehen.“

„Kein Streit am frühen Morgen“, mahnte Mama. „Mariele trägt die Axt hin und Luis trägt sie zurück zum Auto.“

„Darf ich denn auch mit der Axt schlagen?“ Luis strich sich dick Marmelade auf sein Butterbrot und biss ab.

„Nein, mit der Axt schlage nur ich“, antwortete Papa.

Mariele zog die Stirn in Falten „Vielleicht will Mama auch mal.“

Mama lachte. „Nein, danke. Ich werde uns heißen Kakao mitnehmen und mich ganz zufrieden an meinem Becher wärmen, während ich euch zuschaue.“

Kurze Zeit später klingelte Luis am Nachbarhaus. Paulina öffnete die Tür.

„Morgen“, nuschelte sie. Ihr Mund war noch mit Nutella verschmiert.

„Bist du noch nicht fertig?“

„Doch, gleich. Komm rein.“

Luis folgte ihr in den Flur und wartete darauf, dass Paulina aus dem Bad zurückkam. Bei Hansens schlang sich eine mit Strohsternen geschmückte Girlande rund um das Treppengeländer. Das sah hübsch aus.

„Denk an dein Pausenbrot!“, hörte er Frau Hansen aus der Küche rufen.

„Habe ich schon eingepackt!“ Paulina zog sich ihre Jacke an und setzte den Ranzen auf. „Tschüss, bis später!“

„Tschüss, meine Maus.“ Paulinas Mutter kam aus der Küche und gab ihr einen Kuss. „Tschüss, Luis, viel Spaß in der Schule.“

„Mal sehen“, antwortete Luis. So sicher war er sich nicht, dass er Spaß haben würde. „Aber danke“, fiel ihm gerade noch rechtzeitig ein.

Gemeinsam mit Paulina ging er den Grasnelkenweg entlang. „Wir gehen heute Nachmittag in den Wald, einen Tannenbaum schlagen.“

„Ihr schlagt einen Baum? Warum?“

„Wir brauchen doch einen Tannenbaum.“

„Aber warum müsst ihr ihn schlagen? Was hat er euch getan?“

Luis schaute Paulina an und sah, dass sie grinste. „Mensch, Paulina, manchmal bist du echt komisch.“

„Ich wünschte mir, wir würden unseren Tannenbaum auch aus dem Wald holen“, seufzte Paulina. „Aber Papa und Mama haben dazu keine Lust. Deshalb kaufen wir unseren morgen in der Gärtnerei. Da ist es dann fast so ähnlich wie ihm Wald, weil dort so viele Tannenbäume stehen. Und es duftet. Wie Weihnachten.“

„Aber im Wald ist es schöner“, meinte Luis, „da hat man viel mehr Auswahl, sagt Papa. Und außerdem nimmt Mama Kakao und Kekse mit. Das ist wie Picknick.“

In der ersten Stunde hatten sie Musik und übten die Lieder für die Weihnachtsfeier. Luis würde sogar ein Gedicht aufsagen.

In der zweiten Stunde hatten sie Rechnen, da war Luis langweilig. Als er seine Aufgaben gelöst hatte, schaute er zum Fenster hinaus in den trüben Himmel. Und dann passierte es. Erst ein kleines, dann ein zweites, ein drittes größeres Flöckchen — und dann begann es zu schneien.

„Es schneit!“, rief Luis und sprang von seinem Stuhl. „Es schneit!“

Er lief hinüber zum Fenster und drückte sich die Nase platt. Paulina kam dazu und auch die anderen Kinder stürmten zum Fenster. Inzwischen fielen die Flocken dicht an dicht vom Himmel und schon bald bedeckte den schwarz geteerten Boden des Schulhofs ein weißes Kleid aus Schnee.

Da begann Frau Schneider zu singen und alle Kinder stimmten mit ein:

Schneeflöckchen, Weißröckchen,

wann kommst du geschneit?

Du wohnst in den Wolken,

dein Weg ist so weit.

So wurde es doch wieder ein schöner Schultag.

Als Papa endlich von der Arbeit kam, saß Luis gerade vor der Schnurkugel, die er für Oma Matilde bastelte. Er sprang auf. „Fahren wir los?“

„Ich denke, zuerst solltet ihr euch noch die Hände waschen und aufräumen“, lachte Papa. „Außerdem würde ich gerne noch eine Tasse Kaffee trinken.“

Luis wusch sich die Hände und packte die Bastelsachen in den Karton. Die Schnurkugel konnte liegenbleiben, die musste noch trocknen, ehe er den Ballon herausziehen konnte.

„Ich bin fertig!“, rief er und rannte in die Küche. „Fahren wir jetzt los?“

„Ja, du Quälgeist.“ Papa wuschelte ihm durch die Haare und stellte die leere Kaffeetasse in die Spüle.

Die Fahrt dauerte nicht lang. Luis kannte den Wald. Im Sommer fuhren sie dort mit ihren Räder hindurch, um zur Gaststätte am See zu kommen. Aber jetzt sah alles ganz anders aus. Die braunen Wege waren verschwunden. Stattdessen stapften sie durch knöchelhohen Schnee, der unter ihren Stiefeln knirschte. Schließlich erreichten sie das abgesperrte Gebiet, in dem die Bäume geschlagen werden durften.

„Ich will einen ganz großen Baum“, sagte Mariele und streckte ihren Arm nach oben aus.

„Und du?“, fragte Papa Luis.

„Mal sehen, welcher mir gefällt.“

Luis ging durch die Baumreihen. Sie waren nicht allein. Auch andere Leute prüften die Bäume, gingen drum herum und beratschlagten, für welchen sie sich entscheiden sollten.

„Wie groß darf er denn werden?“, fragte Papa und blieb neben einem riesigen Baum stehen.

Mama lachte. „Nun, in unser Wohnzimmer sollte er schon passen.“

„Der hier ist schön“, rief Mariele.

Luis schaute zu ihr hinüber. Ja, der Baum gefiel ihm auch recht gut. Aber so schnell wollte er noch nicht am Ziel sein. „Lasst uns erst noch weitersuchen“, meinte er.

Nachdem er ein paar Schritte weitergegangen war, kam er an einen Platz, an dem schon viele Bäume geschlagen worden waren. Nur ein einzelnes Bäumchen stand noch dort.

„Der gefällt mir“, sagte Luis. „Lasst uns diesen nehmen.“

Papa kam hinzu und ging um den Baum herum. „Das hat schon seinen Grund, warum dieser noch hier steht, Luis. Schau doch mal, der ist ja ganz krumm.“

„Außerdem hat er hier nur braune Nadeln.“ Mariele zeigte auf einen der unteren Äste.

„Er hat zu wenig Sonne bekommen“, erklärte Mama.

„Wahrscheinlich haben ihm die Bäume rundherum das Licht genommen.“

„Ich möchte diesen“, beharrte Luis auf seine Wahl.

„Aber der ist doch nicht schön“, erklärte Papa. „Der eignet sich nicht einmal für Brennholz.“

„Aber er steht hier ganz allein“, erklärte Luis. „Niemand will ihn haben. Er braucht doch auch eine Familie, um Weihnachten zu feiern.“

Mama legte ihm den Arm um die Schultern, zog die Stirn in Falten und betrachtete das Bäumchen ausgiebig.

„Du willst doch nicht tatsächlich dieses Bäumchen kaufen?“, fragte Papa Mama.

„Da könnte man sicher etwas draus machen“, antwortete sie.

„Genau, Papa.“ Luis verschränkte die Arme vor der Brust. „Als Mariele neulich meinte, dass sie keine Lust auf die blöden Aufgaben hat, hast du selber gesagt, es kommt immer drauf an, was man daraus macht.“

Papa grinste und ging noch einmal um die Bäumchen drum herum. „Was meinst du Mariele?“

„Schön ist er jedenfalls nicht.“

„Das ist wohl wahr“, meinte Mama. „Aber wenn Luis so viel daran liegt.“

„Von mir aus.“ Mariele gab Papa die Axt und nach ein paar Schlägen kippte das Bäumchen um.

„Juhu!“ Luis warf die Arme in die Luft und sprang hoch. Es war geschafft.

Wenige Tage später war Heiligabend. Papa hatte das Bäumchen schon an dem Tag, an dem sie es aus dem Wald geholt hatten, in einen Ständer gestellt und diesen mit Wasser gefüllt. So hatte es die letzten Tag auf der Terrasse gestanden. Luis hatte ihm einen Strohstern in die Spitze gesetzt, damit es schon ein wenig geschmückt war.

Während der Christmesse rutschte Luis aufgeregt hin und her und überlegte, wie sein Baum wohl aussehen würde. Aber er hatte so viele Ideen im Kopf, dass er zu keiner Lösung kam.

Nach dem Gottesdienst wünschten sie noch allen Freunden frohe Weihnachten und gingen endlich nach Hause. Im Flur zog er so schnell wie möglich Jacke und Schuhe aus. „Ich bin fertig!“

„Das ist schön“, sagte Mama und wuschelte ihm durchs Haar. „Ihr wartet hier, bis alles bereit ist.“

So blieb Luis mit Mariele im Flur zurück und wartete auf das Klingeln des Weihnachtsglöckchens. In seinem Bauch kribbelte es, als wären ganze Ameisenkolonien darin unterwegs.

„Zapple doch nicht so herum“, schalt Mariele.

„Ich bin aber so aufgeregt. Wann klingelt es denn endlich?“

Da, endlich, das Glöckchen erklang. Luis lief zur Wohnzimmertür und stieß sie auf. Dann blieb er stehen und starrte auf den Tannenbaum. Es war der schönste Baum, den er in seinem Leben gesehen hatte. Er stand auf einem kleinen Tischchen, behängt mit einer strahlenden Lichterkette. An allen Zweigen hingen dicke rote und goldene Kugeln, dazwischen die Sterne, die Mariele gebastelt und die grün-goldene Glitzerkette, die er in der Schule gemacht hatte. Der Ast ohne Nadeln war verschwunden. An dieser Stelle stand die Krippe, so dass es aussah, als würde das Bäumchen das Jesuskind beschützen.

Papa hatte Recht gehabt. Es kam immer nur darauf an, was man aus etwas macht. Luis lief zu seinen Eltern und umarmte sie ausgelassen.

„Frohe Weihnachten, mein Schatz“, sagten sie wie aus einem Mund.

„Fröhliche Weihnachten“, sagte Luis.

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Adventskalender

Als ich dieses Jahr anfing, den Indie Advent Calendar zu organisieren, dachte ich, ich würde niemals genügend AutorInnen für einen deutschen Kalender zusammenbekommen. Zum Glück fand ich dann doch eine Menge Unterstützung bei den Qindies. Kommt mal rüber. Der Kalender ist komplett kostenlos. (Außerdem gibt es nach wie vor die englische Ausgabe, in der 6 AutorInnen ihre Geschichten vorstellen).

Qindie Adventskalender

Qindie Adventskalender

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