Themenmonat August: Lieblingszitat

Ich habe einige Lieblingszitate, aber nur zwei beeinflussen mein Leben stark. Das erste bezieht sich auf mein Schreiben und ich habe es bestimmt eine Millionen mal aus verschiedensten Mündern in unterschiedlichsten Formulierungen gehört, bevor es in meinem Herzen angekommen ist. Die Aussage ist:
„Rohfassungen (einer Geschichte) sind immer schei… ähm Mist!“ (wir wollen hier ja nicht vulgär werden)

GedankenspieleUm meinen ersten veröffentlichten Roman zu schreiben brauchte ich viele, viele Jahre. Das war natürlich zum Teil bedingt durch die nötige Recherche, immerhin war es ein historischer Roman, aber ein ziemlicher Anteil war auch Lampenfieber. Mein Perfektionismus ließ das Projekt immer wieder ins Stocken geraten. So war das Schreiben der Rohfassung ein schwieriger Prozess, denn ich wollte unbedingt das bestmögliche Manuskript abliefern.

Das will ich auch heute noch, aber ich versuche nicht mehr, dies in der Rohfassung zu erreichen. Ich tippe die Geschichte zügig in den Computer, ohne zu viel darüber nachzudenken, und dann arbeite ich alles noch einmal durch, um die Vision zu bekommen, die ich von Anfang an im Kopf hatte. Diese Änderung der Arbeitsweise hat mich befreit. Ich schreibe jetzt wesentlich schneller ohne dabei auf die Qualität zu verzichten, die mir wichtig ist.

Das zweite Zitat ist von meiner Urgroßmutter, die starb als ich zehn war. Sie war ziemlich dement und konnte sich kaum an Dinge erinnern, die gerade erst passiert waren (wie z.B. ein Sturz die Treppe hinter in der Nacht oder wie lange die letzte Mahlzeit her war), aber sie war eine zufriedene Frau mit Prinzipien. Sie sagte mir oft, dass man jede Situation (und alles andere auch) immer solange gründlich betrachten solle, bis man die gute Seite gefunden habe. Ihr Motto war:
„Es ist nichts so schlecht wie irgend gut für!“

Das wurde auch mein Lebensmotto. Als Kind habe ich mich regelrecht darauf trainiert, die gute Seite zu finden. Mittlerweile entdecke ich sie automatisch, ohne lange darüber nachdenken zu müssen, was mir dabei hilft, mit den schlimmen Dingen fertig zu werden, die in der Welt passieren: dem Egoismus der Menschheit, der absichtlichen Ignoranz mächtiger Personen, der achtlosen Brutalität und gierigen Zerstörung. Ohne die Worte meiner Urgroßmutter und meine Umsetzung davon wäre ich längst depressiv geworden, denn die Welt ist nicht fair. Sie war es nie und wird es nie sein.

Doch selbst im größten Unglück kann man ein Körnchen Schönheit finden, wenn man nur genau genug hinsieht. Selbst wenn einem das nicht hilft, die Auswirkungen des Unheils sofort zu lindern, kann es einem die Kraft geben, die man braucht, um die Welt um sich herum ein winzig kleines Bisschen besser zu machen.
Das ist es, nach dem ich strebe, mit meinem Leben und meinem Schreiben. Danke, Uromi!

 

Zum WIP:
Der Roman wächst zwar langsam, aber er wächst. Mein Enkel hält mich ganz schön auf Trab und auch die Veröffentlichungen brauchen ihre Zeit. Wer in der Zwischenzeit etwas von mir lesen möchte kann sich ja eines meiner älteren Bücher schnappen. Im Moment gehe ich „Victors Wut“ noch einmal durch. Die englische Neuauflage geht heute an den Start (mit neuem Titelbild, sprachlich überarbeitet und mit erweitertem Anhang), die deutsche Neuauflage folgt demnächst.

 

Veröffentlichungen:

Vielleicht interessiert euch ja auch mein Zeitreise Romantasy „Jahrhundertschwestern“, den ich letzten Monat unter meinem neuen Pseudonym „Leonie Joy“ veröffentlicht habe. Wenn ihr diese Novelle lesen möchtet, findet ihr die Links zu den Verkaufsplattformen hier. Greift zu.

 

Klappentext:
Zwei Jahrhunderte, zwei Freundinnen, ein Traum …

Heathers Freundin Catriona starb bereits vor vielen Jahren und doch treffen sich die Mädchen regelmäßig.

Catrionas Leben ist geprägt von harter Arbeit auf dem Lande, und Heather lebt im goldenen Käfig. Sie leidet unter den Ansprüchen ihrer ambitionierten, wohlhabenden Eltern.

Als sich die beiden in Männer aus der falschen Epoche verlieben, müssen sie die Zeit selbst bezwingen. Kann ihnen das gelingen?

 

Wollt ihr mal beim Amazon reinlesen?

#faktastischeraugust #faktastisches2020 #faktastischdurchdasjahr #wirsindfaktastisch

 

2 Gedanken zu „Themenmonat August: Lieblingszitat“

  1. Mein Leben beeinflussen ziemlich viele Zitate, überwiegend aus Büchern und Liedern. Das Zitat, das ich (leider) auch noch am meisten laut sage, ist:

    „In der Welt der Menschen sollte man stets auf Ärger gefasst sein.“ (Bernhard Hennen, James Sullivan)

    Zum einen bedeutet es für mich, dass unsere Welt nicht fair ist und immer etwas passieren kann. Dass man nicht unvorbereitet bekannte Risiken eingeht, aber auch mit unvorhergesehenen Ereignissen zu rechnen ist, auf die man sich eben nicht vorbereiten kann. Wenn ich das Zitat laut sage, beruhige ich mich damit aber auch selbst und muss meistens sogar grinsen, vor allem weil es von einer meiner ultimativen Lieblingsfiguren ist.

    „Allein zu sein ist nicht schlecht, wenn man in der Gesellschaft von Büchern ist.“ (Christoph Marzi – Lycidas)

    Hilft meistens gegen das fiese Allein-Gefühl. Ich leide ja immer so schön mit den Figuren mit – und die Nähe zu ihnen ist mir auch sehr wichtig. Und so einige leben in meinem Kopf weiter – besonders gern die tragischen. Das ist bei mir glaube ich auch so ausgeprägt, weil ich so sensibel bin. Immerhin mal ein Vorteil!

    „Die Wege in die Andere Welt sind so zahlreich und verschlungen wie die Flüsse und Bäche, die dem Meer entgegenstreben.“
    (Bernhard Hennen – Das Nachtvolk)

    Das bedeutet für mich, dass es mehr als einen Weg gibt. Mehr als den einen bekannten oder vorgegebenen. Für mich gibt es womöglich einen ganz eigenen, den nur ich sehen kann. In die Anderswelt, aber auch in andere Welten, die Phantastik, die Musik, …

    „So if you’re careful
    You won’t get hurt
    But if you’re careful all the time
    Then what’s it worth?“
    (a-ha – cosy prisons)

    Seit ca. 10 Jahren ein extrem wichtiges Zitat für mich, weil es mir geholfen hat, zu mir zu finden. Wenn man brav mit der Masse mitschwimmt, wird man nur selten verletzt – aber was ist das wert, wenn man dabei nicht man selbst sein kann und sich deshalb verliert?

    „When you look around
    And you’ve come too far
    You’re just a moment away
    From the one you are“
    (Morten Harket – the one you are)

    Auch sehr wichtig, weil es für mich bedeutet, dass mein wirkliches Ich nie weit von mir entfernt ist. Egal, ob ich irgendwo falsch abgebogen bin, Schritte zurückgewichen bin oder vielleicht gar nicht mehr weiß, wo ich stehe und wohin ich eigentlich will. Es ist nie ein weiter Weg zu mir selbst, ich muss nur kurz stoppen, in mich gehen und mich neu orientieren.

    Laaaange Antwort, ups ….
    LG Marny

    1. Cat sagt:

      Lange Antwort ist cool. Und so viele Weisheiten darin. Ich bin ganz froh, dass meine so viel kürzer sind. 😀
      Aber ich finde, dass dir deine schon sehr viel weiter geholfen haben. Also bleib am Ball.

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